Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 32. Band.1915
Seite: 126
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RICHARD BERNDL

WANDELGANG IM OBERGESCHOSZ DES SCHULBAUES DES MOZARTEUMS

drängen der Details eine sehr heilsame Wirkung
aus. Mit einem Wort wäre besonders
der im Hochrelief gehaltenen Musikantengestalten
zu gedenken. Von der landläufigen
Puttogestaltung sind sie beträchtlich weit entfernt
; von Ansehen sind sie schlank, epheben-
haft, im Alter von etwa zwölfjährigen Knaben
und ausgerüstet mit dekorativ-grotesken Musikinstrumenten
, die, wie die Musikembleme
im sogenannten Wiener Saal, zu der speziellen
Musik Mozarts in tieferer Beziehung stehen.
Im Gegensatz zu diesen Horizontalmomenten
wird die Vertikalwirkung namentlich durch die
Orgelstirnwand bewirkt, mit den mächtig anstrebenden
Orgelpfeifen, deren Zinnton sehr
glücklich mit dem beinweißen Anstrich des
reichgeschnitzten, teilweise diskret vergoldeten
Orgelgehäuses harmoniert, hinter dem sich
das in seiner Tonfülle und technischen Ausführung
ausgezeichnete Instrument aus der berühmten
Orgelbauanstalt in Jägerndorf (Oester-
reichisch-Schlesien) verbirgt. Vorzüglich als
Raumlösung, wie in Hinsicht auf die Akustik
des Saales ungemein wohlüberlegt sitzen die
Logen und der Balkon in dem Raum. Die Lichtzufuhr
, die durch die an der Rückwand und
seitlich angebrachten zehn Fenster erfolgt, ist
so reichlich, daß man bei Morgenkonzerten und
bei Proben keineswegs auf die künstliche Beleuchtung
angewiesen ist, die freilich erst die
ganze Festlichkeit, Wärme und Fröhlichkeit des
Saales zu enthüllen vermag. Die Beleuchtungskörper
, wie unzählige Einzelheiten von Berndl
selbst entworfen, sind in verschwenderischer
Fülle angeordnet und beleben aufs angenehmste
den Raum. Unter dem Mittelbalkon, an der
Rückseite des Saales, ist ein Gang gelegt mit
besonders schönen Marmorkaminen und Heiz-

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