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B. MANGOLD
mit Schiestl gemein
haben: Alois Kolb
(Leipzig) und Oskar
Graf (München).
Kolb hatnur ein paarmal
radierte Neujahrskartenversandt
,
sie aber nur handschriftlich
, nicht auch
auf der Platte als
solche kenntlich gemacht
. Die furiose
Wucht seines weitausfahrenden
Striches
war ihm früher
stets hinderlich, wenn
er kleine Platten (Exlibris
und dergleichen
) zu radieren
hatte. In den letzten
Jahren nun ist seine
Technik, jedoch nur
bei Blättern von
geringen Ausmaßen,
viel weicher und
schmiegsamer geworden
, und die
kartenlegende, das
Schicksal für 1914 befragende Reifrockdame
z. B. hat sogar etwas Graziöses und Liebenswürdiges
, ohne deshalb ihre Herkunft zu verleugnen
. Oskar Graf liebt ebenfalls die großen
Platten, auf denen er sich ungehindert bewegen
kann, meistert aber
trotzdem auch kleine
und kleinste Formate,
denen sein reiches
handwerkliches Können
ebenso zugute kommt,
wie die Romantik (und
gelegentlich der Humor
) seiner Natur- und
Weltanschauung. Reminiszenzen
an seine Tätigkeit
für das Theater
(das Münchener Künstlertheater
) wird man auf
solchen Karten wohl da
und dort nachweisen
können. Einige sehr
hübsche radierte Neujahrskarten
besitzen wir
übrigens auch von CÄ-
cilie Graf- Pfaff, die
ihrem Gatten als Künstlerin
wie imTechnischen
nahe verwandt und
durchaus ebenbürtig ist. rudolf schiestl
lithographie
Zartere Klänge, als
wir sie in den bis
jetzt genannten Arbeiten
vernommen
haben, schlagen die
Idylliker,Lyrikerund
Träumer Alfred Soder
(Basel), Hanns
Bastanier (Berlin)
und Georg Broel
(München) an. Auf
den Neujahrskarten
Soders begegnet uns
fast stets das Kind,
als Engelein oder
auch ohne himmlische
Attribute und
Funktionen. Und wir
fühlen die vielfach
verzweigten Beziehungen
, die von diesen
lieblichen Symbolen
zum Weihnachtsfest
(Christ-
kind)undzudemeben
geborenen neuen
Jahre hinüberleiten.
Auch Bastanier, dieser
wahrhafte Dichter und Zauberer mit der
Nadel, wählt gerne Symbole von tiefgründiger
und doch graziöser Art. So hat er z. B.
— es ist schwer zu sagen, ob vorahnend
oder nicht — das neue Jahr 1914 als eine herrlich
-lockende, fleischfressende
Pflanze dargestellt
, der ein bunter
Schmetterling arglos
in den verderblichen
Schlund fliegt; und es
ist eine Arbeit daraus
geworden, die inhaltlich
ebenso fesselt wie
als technische Leistung.
Zu den Künstlern, die
sich von Beginn ihrer
Laufbahn an als die
geborenen Gebrauchsgraphiker
bewährt haben
, gehört, in erster
Linie sogar, Hubert
Wilm (München). Er
weiß immer das richtige
Maß in dem, was
er sagt und wie er es
sagt, zu halten, und
von herbem Reiz ist
die Mischung aus An-
radierung mut und Strenge, die
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