http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_32_1915/0237
Schalen und Dosen an. Man empfindet sogleich,
daß dem Künstler bei ihrer Aufformung das
Werkzeug genau bekannt und gegenwärtig war,
das zu ihrer Herstellung dient, daß er unnötige
Komplikationen der Form, Bizarrerien
der Silhouette, so verlockend sie dem Künstler
erscheinen mußten, vermied um der Technik
willen. Aehnlich verhält es sich bei der
ornamentalen Dekorierung der Gläser, die freilich
neben der Formgebung nur etwas Sekundäres
ist, die man aber doch nicht gerne missen
möchte, da gerade die Nachbearbeitung und
Schmückung des Glases erst das edle Material
in allen seinen Wirkungsmöglichkeiten
zeigt. Mauder weiß aufs beste, ob ein Glas
seiner Zweckbestimmung und seiner Form nach
besser geschliffen, graviert oder geätzt in die
Erscheinung tritt, ob sich ein gewisses Ornament
besser in dieser oder in jener Technik
präsentiert und auch, wo die verschiedenen
Techniken unbeschadet der Stileinheit und Stilreinheit
ineinander übergreifen und nebeneinander
bestehen dürfen. Hinsichtlich des bunten
Dekors und der oft als unangebracht und als
dem Glas unangemessen gescholtenen farbigen
Bemalung hat Mauder neue Wege gewiesen und
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