http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_32_1915/0248
ARCHITEKT K. SIEBRECHT
HERRENHAUS AUERMÜHLE: HERRENZIMMER
Ofen von G. Krüger, Berlin
Wald mit ergiebiger Jagd. In diesem schmalen
Grunde die alte Mühle, das einzige, was von
alten Gebäuden zu erhalten war. Die übrigen
Gebäude waren sehr schlecht und standen wahllos
und ungeordnet auf dem Hofe. Was davon
brauchbar war, ist nahe dabei wieder aufgerichtet
, um als Wohnstätten der Gutsleute
zu dienen. Bei dieser Belegenheit und bei
dem beschränkten Raum, besonders in der
Breite, ergab sich die Anlage in Abmessung
und Anordnung fast von selbst. So wenigstens
will es jetzt erscheinen. Um einen rechteckigen
Hof gruppieren sich an drei Seiten die
Gebäude, und zwar so, daß die Eingänge zu
den Ställen und Häusern windgeschützt sind.
Die eine Langseite des Hofes blieb unbebaut.
Hier über die einfassende niedere Mauer hinweg
, sieht man in den tieferliegenden Blumengarten
, der an dieser Stelle den tiefliegenden,
unbebaubaren, schmalen Geländestreifen bis
zum Bach einnimmt. Am Bach prächtige
Bäume, die auch nach dieser Seite hin den
Hof abgeschlossen erscheinen lassen. An der
Einfahrt der Reihe nach die Wirtschaftsgebäude
, als Schmiede, Werkstattgebäude, Räume
für landwirtschaftliche Maschinen, Geräte und
Ackerwagen. An der Langseite Kuhstall, Pferdestall
, Autohalle. Ueber diesen Stallungen und
Werkstätten teils Bodenräume für Erntevorräte
, teils Wohnungen für Handwerker, Schweizer
, Kutscher, Gärtner usw. Die letzte kurze
Hofseite nimmt das stattliche Herrenhaus
ein, Front und Vorfahrt nach Norden zum
Hof. Die ganze Anlage fügt sich dem Landschaftsbilde
zwanglos ein und wird das noch
mehr tun, wenn in nur wenigen Jahren die
feine grüne Bemoosung der Heide gewachsen
sein wird.
Zu den landwirtschaftlichen Gebäuden, die
in Abmessung und architektonischem Aufwand
sich dem Herrenhaus unterordnen, sich zu
äußern, wird im Rahmen dieser Zeitschrift weniger
Bedeutung haben, dagegen soll die höchst
glückliche Neugestaltung des Herrenhauses gebührende
Erwähnung finden. Vom Hof und der
Vorfahrt betritt man unmittelbar die geräumige
Diele des Erdgeschosses, die mit ihrer Kaminnische
den Mittelpunkt des Hauses bildet und mit
202
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_32_1915/0248