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JOSEF HOFFMANN-WIEN
LANDHAUS PRIMAVESI: AUSZENANSICHT
JOSEF HOFFMANN
Es liegt kein besonderes Datum vor. Josef
Hoffmann ist noch lange nicht fünfzig, er
hat weder neue Titulatur noch Auszeichnung
erfahren, in seinen Lebensumständen ist kein
sichtbarer Umschwung eingetreten, — und
doch möchten wir diesem Blatte gern den
Sinn der Widmung geben. Uns genügt der
festliche Anlaß eines inneren Bedürfnisses,
zu guter Stunde ein freies, verehrendes Bekenntnis
abzulegen. Sein eigener Werktag ist
ja seit langem schon recht festtäglich geworden
: was braucht es da mehr, als seiner hochgespannten
Spur zu folgen. Jede Handhabung,
die jetzt vom Meister kommt, wird solche
Stimmung herbeiführen können; denn sein
Werk steht auf der Höhe und hat die Feierlichkeit
der gereiften Fülle.
Oder tritt diese Kunst nicht doch eben in
ein neues Stadium ihrer Historie? Dieser
Künstler ist ja seit je auch ein Kämpfer, ein
führender Vormann im bewegten Geschehen
der neuen Wiener Kunst. Als ihm diese Zeitschrift
im Jahre 1903 ein eigenes Heft widmete
*), war solcher Anlaß gegeben. Schule
und Museum des Kunstgewerbes, unter einem
Dache hausend, zu ineinandergreifender Arbeit
bestimmt, standen in offenen kriegerischen
Gegensätzen. Die Macht der Sache mußte entscheiden
. Damals ruhte sie vorderhand mehr
auf ihren persönlichen Trägern, auf Hoffmann
und Skala. Dort die vordringende Eigenkraft
der Zeitkunst, hier die Schablonierung abgetaner
Stilarten, die mit ihren lebendigen
Voraussetzungen auch das Daseinsrecht verloren
hatten. Heute ist längst die Einhelligkeit
der Arbeit beider Einrichtungen hergestellt,
sie wirken als ein geschlossener Körper, die
Sache hat entschieden — für Hoffmann. Damals
ist in diesen Blättern eine Frage des
Künstlers angeführt worden, die eigentlich
erst die Zukunft bejahen konnte: „Haben wir
nicht Wort gehalten, als wir versprachen, unse-
) Jahrg. 1903/4, Oktoberheft
Dekorative Kunst. XVIII. 8. Mai 1915
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JO
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