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JOSEF HOFFMANN-WIEN
LANDHAUS PRIMAVESI: SCHLAFZIMMER DES HERRN
rem modernen Fühlen und Denken passende
Gestalt zu geben?" Die Gegenwart kann darauf
nur eine Antwort haben.
In dieser hohen Tatbereitschaft, umgeben
von einem sichern Kreis von Schülern, die
selber schon zu gutem Teile ganze, klare und
fördernde Persönlichkeiten geworden sind,
trifft den Meister die neue Sendung der Zeit.
Für den Ausgang dieser entscheidenden Auseinandersetzung
ist es von guter Vorbedeutung,
daß Führer und Anhang nicht mehr mit programmatischer
Antithese, sondern mit vollblühender
Leistung in die Bahn treten. Mehr
noch als draußen im Reiche drängt unser
inneres Leben, das wirtschaftliche und geistige
, nach Gesundung durch Erneuerung. Es
kann — das ist die frohe Gewißheit aller
vaterländisch Gesinnten — nicht anders sein,
als daß die Zeit auch im Gebiete des bildenden
Schaffens strenge Musterung hält und für ihre
künftige Gestaltung nur das wählt, was ihren
Schritt nach vorwärts einhalten kann. Vorjahren
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