Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 32. Band.1915
Seite: 238
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JOSEF HOFFMANN-WIEN

LANDHAUS PRIMAVESI: VORZIMMER

Aufgabe ist nicht weniger sittlich und sie ist
es im dringenden Sinne der Zeit: denn sie muß
ihr eine grundlegende Steigerung der Aufrichtigkeit
, die Erziehung zum Charakter bringen.

Diesen Sinn hatte ja auch der Weg des
Künstlers. Er ging von der Linie zur Form,
vom Schwung zur Geradheit, vom Vielfältigen
zum Einfachen. Das Unwesentliche trat immer
mehr zurück gegen das Wesentliche, der sinnliche
Trieb erstarkte an der Sache, das Schöne
drang vom Schmucke weg zum Nerv der Gestaltung
, das Talent wurde zum Charakter.

Als er vor vielen Jahren zum Lehrer wurde,
hat er im Andrang der jungen Begabungen
nichts so sehr vermißt als diesen Mangel an
Charakter. Er galt ihm als die Quelle alles
Uebels. Und heute hat er erreicht, daß in
seinem Kreise die redliche und aufrechte Gesinnung
zu Hause ist. Die Kunst, die er vertritt,
hat von dieser Erziehung Richtung und Merkmal
erhalten: sie hat Kern. Die Marke ist
durchwegs unverkennbar. Und die Zeit braucht
solche Kunst.

Zu völliger Ueberzeugungskraft gelangte

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