Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 32. Band.1915
Seite: 268
(PDF, 109 MB)
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sein, daß der Nordstern nicht den Ehrgeiz
hatte, einen Palast oder eine Palastnachahmung
an eine Berliner Vorortstraße zu setzen, sondern
, daß man kalkuliert und konstruiert hat,
bis man das wirklich brauchbare Verwaltungsgebäude
hatte.

Dieses Haus steht nicht, wie man vermuten
könnte und wie man es bis in die jüngste
Gegenwart hinein wohl für unerläßlich gehalten
hätte, im Zentrum der Weltstadt, in der sogenannten
City, in der unsere kaufmännischen
Groß-Unternehmen sich mehr und mehr zusammenzufinden
bestrebt sind. Für manche
Art von Geschäften, für Banken, für die Waren-
und Kaufhäuser, für die Konfektion, die Zeitungen
usw. dürfte wirklich da drinnen an
den Hauptverkehrsströmen der Weltstadt der
Platz unbezahlbar sein; für eine Versicherungs
-Gesellschaft wie der Nordstern besteht
eine solche Verpflichtung nicht; nur ein aufs
Aeußerlichste gerichtetes Repräsentationsverlangen
hätte sie, deren Geschäftsverkehr nicht
eingestellt ist, auf eine täglich in das Haus
ein- und ausströmende Masse, in der Innenstadt
festhalten können. Da die Eigenart des

Versicherungsgeschäftes es mit sich bringt,
daß von der Unzahl der Versicherten und der
zu versichernden Personen der allerkleinste
Teil nur sich persönlich einmal in das Haus
der Gesellschaft zu bemühen braucht, so
konnte die Verwaltung bei Errichtung ihres
Baues sich der Vorteile bedienen, die eine
Hinausverlegung aus der Stadtenge selbstverständlich
bieten. Mag man ganz absehen
von dem Preisunterschied für ein Riesengelände
, so gab es da draußen, wo noch nicht
Haus an Haus gekeilt ist, freiere, nicht an
lästige Nachbarschaft gebundene Anlagemöglichkeiten
, die es gestatteten, ganz aus den
Bedürfnissen heraus zu disponieren. In einem
jetzt erschlossenen Bezirk der Stadt Schöneberg
, den die Gemeinde durch Errichtung
ihres neuen Rathauses, durch Anlage eines
großen Stadtparkes, durch die Zuführung eines
Schnellverkehrsmittels: der Untergrundbahn, zu
einem in die Augen stechenden Mittelpunkt
zu machen bestrebt ist, fand sich ein nach
vier Straßen völlig freiliegendes Gelände, das
eben den Vorteil bot, daß man überall Licht,
überall Luft in Fülle hatte und so von außen
her bei der Einteilung der Arbeitsräume in
nichts gehindert war. Diese Freiheit allein

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