Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 32. Band.1915
Seite: 293
(PDF, 109 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_32_1915/0355
paul mebes-berlin

nordsternbau: bürotür

lerischer Würde nicht nur nach außen hin;
über das Streben nach Brauchbarkeit, nach
Zweckmäßigkeit und Gediegenheit hinaus dürfte
das Künstlerische, zu dem man auf dem Wege
gelangt ist, zugleich als ein sozialer Faktor
angesehen worden sein. Man wollte nicht nur
eine über alle Maßen brauchbare Arbeitsstätte
schaffen; die Räume, in denen ein Heer von
Beamten den gewichtigsten Teil ihres Lebens
verbringen, sollten doch auch so wohl gestaltet
und gelegentlich mit einem so frischen Akzent
ausgestattet sein, daß es für diese arbeitenden
Menschen auch an der Arbeitsstätte ein Heimischwerden
geben könne. So bemerkt man nicht
ohne besonderes Interesse, bei einem Gang
durch diese Bureauräumlichkeiten, wie in sie von
der Direktion gelegentlich einmal ein gemaltes
Bild, ein Stilleben von Mohrbutter, eine

Landschaft von Rich. Kaiser, Eschke, Hoch
usw. gehängt worden ist, als ob man den Beamten
, wenn sie einmal von ihrer Tätigkeit
aufblicken, auf einen Augenblick eine geistige
Auffrischung, einen Stimmungsreiz aus anderen
Zonen bieten gewollt hätte. So ist wohl auch
der mit so viel Eifer durchgeformte Kasinoanbau
zu verstehen, in dem man Geist und
Witz, wie sie Architekt, Maler, Bildhauer,
Tischler und Glaser nur aufzubieten vermögen,
wie eine Dreingabe zur Frühstücksration sprudeln
ließ. Sieht man aus solchen Erwägungen
heraus das an, was mit einer so liebevollen
Hingabe hier geschaffen worden ist, so dürfte
einem Kunst wohl noch nie so sehr als Zweckkunst
erschienen sein.

ab «».

*

293


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_32_1915/0355