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ARCH. E. WEHNER-DÜSSELDORF □ LANDHAUS REINHARD: AUFGANG ZUR TERRASSE
kommen fanden, sind aus ihrer Existenz herausgeschleudert
und wirtschaftlich bedroht, viele
Millionen, die von deutschen Städten, Vereinen,
Körperschaften oder Einzelpersönlichkeiten in
Ausstellungshallen, Geiänden und Einrichtungen
angelegt wurden, liegen brach. Das ist
in seiner Rückwirkung auf das deutsche Wirtschaftsleben
nicht gut. Denn wenn auch das
Ausstellungswesen nur einen Bruchteil des deutschen
Wirtschaftslebens darstellt, so ist doch
die Ausstrahlung des Ausstellungswesens auf
die weitesten wirtschaftlichen Kreise eine desto
intensivere und besonders allgemeine. Man wird
also nicht leichthin abwarten können, daß und
wie das Ausstellungswesen nach der Wiederkehr
des Friedens in sein altes Geleise kommt,
sondern man muß beizeiten Rat schaffen und
der geänderten Wirtschaftslage Rechnung tragen
. Mehr als das: die neuen großen Gedanken
, die uns der Krieg mit seinen Folgeerscheinungen
brachte, besonders das gekräftigte Nationalbewußtsein
und der Zorn über die Fremd-
länderei, müßten in den deutschen Ausstellungen
nach dem Krieg Gestalt gewinnen und
Begriffe werden . . .
Mit vielen Herkömmlichkeiten des Ausstellungswesens
wird gebrochen werden müssen.
Die Zahl der Ausstellungen wird sich natürlicherweise
sehr verringern. Es ist selbstverständlich
, daß die deutsche Industrie durch
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