Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 32. Band.1915
Seite: 341
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NOTSTANDS WETTBEWERBE FÜR ARCHITEKTEN

Durch den Krieg ist unstreitig mit am schwersten
das Baugewerbe in Mitleidenschaft gezogen
worden, das nach der Zahl seiner Berufsangehörigen
im Staate an erster Stelle steht. Es ist daher
eine der dringendsten Aufgaben in dieser schweren
Zeit, die darniederliegende Bautätigkeit möglichst
zu heben, um den Baugewerblern die wirtschaftliche
Existenzmöglichkeit zu gewährleisten. Dieser
Aufgabe widmet sich die zwischen den Arbeitgebern
und den Arbeiterverbänden für ganz Deutschland
ins Leben gerufene Kriegs-Arbeitsgemeinschaft
, die sich gliedert in einen Zentralausschuß
in Berlin, in Bezirksausschüsse für die einzelnen
Landesteile und Provinzen des Reiches, sowie in
Ortsausschüsse für die größeren Gemeinden.

Auch die staatliche Bauverwaltung hat das ihre
getan, um Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen. Auf
dem Gebiete des Hochbaues sind alle vor Ausbruch
des Krieges in Angriff genommenen Bauten
weitergeführt und von Neubauten solche begonnen
worden, deren Ausführung keinen Aufschub duldete
oder im öffentlichen Interesse war. Ueberall
hat man auf die besondere Lage in den einzelnen
Gegenden Rücksicht genommen. Deshalb wurden
vor allem an Orten, wo auf die private Bautätigkeit
weniger zu rechnen war, Arbeiten ausgeführt.
Ganz besonders sind auch die Rücksichten auf das
Handwerk maßgebend gewesen. So war es möglich
, in den verschiedensten Gewerbezweigen loh-

HUGO ELMQUIST

nende Aufträge zu vergeben. Im Bereich der Wasserbauverwaltung
hat man jene Notstandsarbeiten ausgeführt
, die seinerzeit bei der Bewilligung der außerordentlichen
Kredite in Aussicht gestellt waren.

Es ist aber eine Tatsache, daß der Staat, so unerläßlich
und so wertvoll auch sein Eingreifen ist,
nicht alles zu leisten vermag, und daß das Wirken
des Staates durch die Tätigkeit örtlicher Verbände
unterstützt werden muß. Deshalb wirkt die Kriegs-
Arbeitsgemeinschaft daraufhin, daß die Gemeinden
die schon beschlossenen Bauten ausführen und Mittel
für weitere Bauten bereitstellen. Sie strebt ferner
eine planmäßige Vermittlung der Arbeitskräfte an,
insbesondere für die Orte mit reger Bautätigkeit.
Auch das Ausschreiben von Notstandswettbewerben
steht auf ihrem Arbeitsprogramm. Gerade das
letztere scheint uns besonders dankenswert. Auf
den Architekten lastet ja der Krieg schwerer als
auf den Angehörigen der meisten anderen freien
Berufe. Wenn auch der Wiederaufbau Ostpreußens
die Beschäftigung zahlreicher Fachgenossen in Aussicht
stellt, so wird doch in diesen Kreisen über
Mangel an Aufträgen viel geklagt und infolge des
Darniederliegens der privaten Bauunternehmungen
ist für sehr viele begabte und arbeitsfreudige Architekten
an eine baldige Besserung der Zustände
nicht zu denken. Deshalb wäre das Ausschreiben
von Notstands-Wettbewerben geradezu eine rettende
Tat.

BRONZEVASEN

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