Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 32. Band.1915
Seite: 359
(PDF, 109 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_32_1915/0429
Das Pfauenfedermotiv am „Stauchen" scheint
auf den ersten Blick wie ein Fremdling zwischen
den Blumen des deutschen Bauerngartens
, aber auch die bajuwarischen Pfauenfederkiel
-Stickereien der Leibgurte (Abb. S. 354)
sind schon so altberühmt und bewährt, daß
sie für die lange Einbürgerung des asiatischen
Vogels Zeugnis ablegen. Die eine Abbildung
bringt die hohe Entwicklung dieser Kunstfertigkeit
zu beredtem Ausdruck, die andere zeigt ein
beliebtes religiöses Symbol als Hauptmotiv.
Diese Gürtel werden ebenso wie die prächtigen
Vierländer Goldstickereien von Männern ausgeführt
, die anderen sind von Frauenhand geschaffen
. R. Julien

DER „KÖLSCHE BOOR IN EISEN"

Der „Kölsche Boor" (Abb. S. 360), nach der
Idee des eisernen Wehrmannes in Wien,
wurde am 20. Juni d. J. dem Wohltätigkeitssinn
des Kölner Publikums zur Benagelung übergeben.
Auf dem Platze des durch den neuen Straßen-

durchbruch Schildergasse—Neue Hängebrücke freigelegten
historischen Gürzenich steht die ca. 3,50 m
hohe Figur unter einem von Architekt Brantzky
geschickt entworfenen Ueberbau.

Entwurf und Ausführung der aus amerikanischer
Weide geschnitzten Figur stammt von Bildhauer
Wolfgang Wallner, Lehrer an der Kunstgewerbeschule
in Köln.

Die Figur ist als Plastik genommen eine erfreuliche
Leistung moderner Holzbildhauerkunst,
die eine sehr lebendige Wirkung ausübt. Der
trutzige Kopf mit den fliegenden Haaren, die festgewurzelte
wehrhafte Stellung, die in breiten flotten
Schlägen behandelte Ausführung, die den geübten
Holzbildhauer erkennen lassen, geben dem Ganzen
eine persönliche Note.

Die ganze Figur ist vergoldet und wird mit
kleinen Nägeln mit flachen pyramidenförmigen
Köpfen benagelt, so daß der fertige Eisenpanzer
eine sehr lebendige Flächenwirkung aufweisen
wird. Zur Belebung der Rüstung werden an mar-
manten Punkten goldene Nägelgruppen in Rosettenform
eingeschlagen.

Der Kopf des Ritters bleibt frei. Nach vollendeter
Nagelung soll die Figur als Zeiterinnerung
in dem Stadtkölnischen Museum aufgestellt werden
.

PRUNK-HANDTUCH. LEINENBUNTSTICKEREI UND NETZGRUNDARBEIT
Sammlung des Trachtenvereins Altengamme b. Bergedorf

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