http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_32_1915/0437
BOTANISCHER GARTEN IN MÜNCHEN
Gegenüber; weit schweift da der Blick über
Acker-, Heide- und Moorland bis zu den fernen
Höhen von Dachau. Da auf architektonische
Nachbarschaft nicht Rücksicht zu nehmen war,
konnte im städtebaulichen Sinn aus dem Vollen
heraus geschaffen werden. Bei der isolierten
Lage der Gebäude und der breiten Straßenfront
des Gartens war eine bewegte Linie der Fassade,
eine reiche Gliederung der Baumassen und ein
kräftiges Emporwachsen des Hauptbaues notwendig
. Diesen Momenten trug die Hochbau-
INSTITUTSGEBÄUDE. HAUPTPORTAL
leitung, der unter der Oberleitung des Ministerialdirektors
von Stempel Bauamtmann Ull-
mann vorstand, Rechnung. An dem Hauptgebäude
, das das K. Botanische Institut beherbergt
, fällt neben den splendiden Ausmaßen
die gute Aufformung der Baumassen auf und die
sorgfältige Durchbildung der einzelnen Gebäudeteile
, bei denen auch nicht mit reichem plastischem
Schmuck gespart wurde. Freilich war es
auch hier nicht immer möglich, Wissenschaft
und Kunst restlos gegeneinander abzugleichen,
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