Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 32. Band.1915
Seite: 390
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liehen Grenzen immer wieder abgestoßenen
grünen Mauern nun sehr besondere, und überdies
für die vielseitigen militärischen Bestattungszwecke
notwendige Räume schieden.
Damit hatte nun das ganze luftige Gebäude
seine eigene Formvorstellung, seine Note,
die in hundertfacher Abwandlung vom Hochkreuz
bis zum Tore auch die unscheinbarsten
Dinge auffordert: dem Ganzen zu dienen.

Dazu mußten sich wohl oder übel auch
meine eigentlichen Helfershelfer bequemen,
die Pflanzen und Blumen. Es ist ausgeschlossen,
daß da irgend ein fürwitziger Baumgeselle sich
anders strecke und dehne, als in den Grenzen,
die ihm zugewiesen sind. Gewiß, es ist nicht
seine Schuld, aber er muß es um der guten
Sache willen dulden, daß da in der Mitte ein
gewaltiger Hain aus grünen Linden thront, der
durchaus nicht erlauben will, daß irgend eines
aus seiner strebsamen Verwandtschaft ihm den

freien Ueberblick raube. Er war bestimmt, zu
herrschen! Deshalb ist sein Boden auch mit
einem feinen Teppich, gestickt aus hunderttausend
duftigen Maiglöckchen, bedeckt und
seine Grenzen schließen schmuckhafte Mauern.
Und von seiner Mitte aus sieht man — ja,
unser Blick schreitet förmlich dahin auf Läufern
von farbigen Ziegeln — nach allen vier Sonnenseiten
in die blühenden Gärten des Friedens,
die sorgende Hände über unsere schlafenden
Mannen gebreitet haben.

Hier, bei den Gräbern konnte sich die gestaltende
Phantasie dann um so mehr in heiterer
Kleinmalerei ergehen. Hier sollen im ersten
Frühjahr allerlei bunte Zwiebeln aufblitzen,
im dunklen Efeu vor den noch winterlich rostroten
Hecken. Bald darauf rings an den Wänden
leuchtend rote Rhododendren erglühen, schon
begleitet von dem ersten Blau der vielen Hornveilchen
, die nun den ganzen Sommer hin-

ENTWURF LEBERECHT MIGGE, ARCHITEKT FÜR GARTENBAU, HAMBURG-BLANKENESE

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