Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 33. Band.1916
Seite: 42
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denberger hat das Studium der Luft und des
Lichtes zu einer Vollendung getrieben, daß er
in Berlin, wo man gute Technik stets und vielleicht
zu einseitig hoch einschätzte, seit langem
ein gern gesehener Gast ist und daß er in der
Miinchener Secession zwischen den unfertigen
Jungen fast altmeisterlich wirkt. Wollte man
in einem Saale einmal die reifsten und reinsten
Schöpfungen der deutschen Freilichtmalerei
vereinigen, so dürfte neben Arbeiten
von Liebermann und Slevogt, Uhde und Zügel,
ein Werk Landenbergers nicht fehlen.

Landenberger hat in der Natur erstaunlich
feine Dinge gesehen. Diese Seite seiner Kunst
ist wissenschaftlich, ist angewandte Optik. Er
hat sein Wissen vom Spiel des Lichtes und
der Farben der Natur nicht mit leichter Mühe
abgerungen. Seine Malerei ist hier ein Herausreißen
, nicht allein im Dürerischen sondern im
wörtlichen Sinne. Von der Intensität dieser
Arbeit haben unsere Jüngsten, denen das Naturstudium
nicht einmal mehr als Mittel zum
Zwecke, geschweige denn als Selbstzweck gilt,
gar keine Vorstellung. Farbe und Stärke des
Sonnenlichtes und der Schatten wechseln von
Stunde zu Stunde: jede Wolke beeinflußt die
landschaftliche Stimmung. Claude Monet hat
dies als erster wahrgenommen und seine Beobachtungen
in Reihen von Darstellungen des
nämlichen Gegenstandes in verschiedener Beleuchtung
festgelegt, so in den vierzehn Heuschoberstudien
, in den Bildern der Kathedrale
von Rouen und der Seine bei Vetheuil. Er
selbst hat sich darüber ausgesprochen, welche
Sammlung und Anstrengung es erfordere, derart
in die Geheimnisse des Lichtes einzudrin-

CHR. LANDENBERGER «S> STUBE IN EINEM SCHWARZWÄLDERHAUS (1888)

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