Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 33. Band.1916
Seite: 52
(PDF, 130 MB)
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reigen umringt, durch das Land zieht, oder
dem entzückenden Bilde der Prinzessin Arne-
leia, die von dem Müller Radlauf begleitet,
über einen Hügel reitet; zu den Seiten des
Paares stehen zwei Birkenstämmchen und dahinter
geht der Blick in ein fernes, blaues
Tal. Diese Bilder sind wie Volkslieder. Und
dennoch ist die Grenze des rein Bildmäßigen
niemals überschritten; und der zarte Duft der
Freilichtmalerei, der auch auf den nicht äußerlich
, sondern nur innerlich geschauten Werken
ruht, trägt noch dazu bei, das Märchenhafte
und Wunderbare zu steigern.

Freilich, diese Arbeiten sind nicht sehr
zahlreich. Sie bilden, wie auch die neuen
religiösen Bilder, die Bergpredigt und der
Kain, die Frucht der Wintermonate, in denen
die Jahreszeit das Schaffen im Freien einschränkt
. Am wohlsten ist dem Künstler,
wenn er am Ufer des Bodensees oder in
Diessen am Ammersee seine Badenden Buben
malt.

Landenberger ist am 7. April 1862 in Ebingen
auf der Alb geboren. Mit 17 Jahren kam er
in die Stuttgarter Kunstschule. Häberlin und

Friedrich Keller gaben ihm den ersten Malunterricht
. Während jedoch seine Altersge-
genossen Haug, Reiniger, Pleuer mit spitzestem
Pinsel begannen, mehr mit der Farbe zeichneten
als malten, zeigte sich seine spezifische
malerische Begabung schon in seinen ersten
Werken, wie dem Schuhflicker von 1883 und
den Schwarzwaldbildern von 1888, in einer auffallenden
Breite der Mache. In München hat
1887 der Eindruck der Werke von Leibi und
Uhde auf ihn gewirkt. In den neunziger Jahren
entwickelte sich dann allmählich sein sublimes
Farbgefühl; die ersten Badenden Knaben, in
der Berliner Nationalgalerie (1893) und in der
Sammlung der Münchener Secession, sowie
das schöne Bild des Stuttgarter Museums
„Nun leb' wohl, du stilles Haus" (1897) geben
den Beweis dafür. 1905 wurde der Künstler
als Professor an die Stuttgarter Akademie
zurückberufen, wo er seither eine reiche Tätigkeit
entfaltet. Zu den trefflichen Landschaften,
zu den Märchenbildern und den religiösen Darstellungen
hat sich in den letzten Jahren eine
Anzahl Bildnisse gesellt, die zeigen, wie sich
Wiedergabe des momentanen Eindruckes der
Oberfläche mit tiefstem Erfassen des inneren
Gehaltes wohl vereinigen läßt.

CHR. LANDENBERGER

BEWEINUNG CHRISTI (ZEICHNUNG, 1912)

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