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OSKAR GRAF
dierungen vom westlichen Kriegsschauplatz
sich so etwas wie eine Spezialität geschaffen
hat, so sind Tiere eine besondere Liebhaberei
von Cäcilie Graf. Vielleicht geht man nicht
fehl, wenn man diese ihre Vorliebe u. a.
auch auf gründliche ostasiatische Studien zurückführt
, deren Spuren man in der Motivbehandlung
, in der Raumanordnung und gewissen
stilistischen Einzelheiten ihrer Arbeiten
öfter zu erkennen glaubt. Und es ist ganz
gewiß nichtnurdie „Pflicht des Chronisten", die
mich veranlaßt, zum Schluß auch noch der plastischen
Arbeiten der Künstlerin zu gedenken ;
denn gerade in diesen Aktfigürchen, die sie zu
ihrem Zeitvertreib aus freier Hand modelliert
(sie nennt sie ihren Strickstrumpf), offenbart sich
ein Formgedächtnis und -gefühl, das selbst bei
tüchtigen Künstlern nicht häufig ist. Diesem
aber im Verein mit einem handwerklichen
Können, das vor keiner Aufgabe haltzumachen
braucht, danken Cäcilie wie Oskar Graf einen
großen Teil ihrer Erfolge, die allerdings noch
lange nicht im richtigen Verhältnis zu dem
tatsächlichen Wert ihrer Leistungen stehen.
dachauer BÄUERINNEN (ÖLGEMÄLDE)
DIE ENTSTEHUNG
DER KUNSTAUSSTELLUNGEN*)
Von Albert Dresdner
Die Geschichte der Kunstausstellungen führt
auf eine zwiefache Wurzel zurück. Die
eine sind die großen Feste, besonders die religiöser
Natur, zu denen die glücklichen Besitzer
von Kunstwerken, um die Stätten der Feier zu
schmücken, aus ihrem Eigentum vorzügliche
Stücke herzuleihen pflegten; die andere bildet
der Markt in seinen verschiedenen Formen,
wo die Maler und die Bilderhändler sich einfinden
, um die überschüssige Produktion der
Werkstätten an den Mann zu bringen. Der
Uebergang vom Markthandel unter offenem
Himmel zur Form geschlossener Kaufausstellungen
wurde, scheint's, zuerst in den Niederlanden
gefunden, während in Italien die Kunstausstellungen
noch lange mit der künstlerischen
Ausschmückung von Straßen, Häusern, Läden
*) Aus dem Werke: Albert Dresdner, Die Kunstkritik
. Ihre Geschichte und Theorie. I.Teil: Die Entstehung
der Kunstkritik. Brosch. M 8.—, gebd. M 9.—. München 1915.
F. Bruckmann A.-G. Besprechung siehe im Januarheft.
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