http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_33_1916/0221
de leur ouvrage" zur Ausschmückung des Sitzungssaales
herzugeben. Die Verwirklichung
dieser Bestimmung ist freilich auf Schwierigkeiten
gestoßen; die Herren Akademiker zeigten
sich in der Einlieferung der Arbeiten zu
den Ausstellungen sehr saumselig, und Colbert
bestimmte am 9. Januar 1666 mit Rücksicht auf
die ungünstigen Erfahrungen, die man gemacht
hatte, die Ausstellung sollte in einem zweijährigen
Turnus abgehalten werden. Aber auch
diese Anordnung konnte selbst zu Lebzeiten
Colberts nur unregelmäßig und zum Teil nur
in sehr kümmerlicher Weise ausgeführt werden
, um dann nach seinem Ableben bald völliger
Vernachlässigung anheimzufallen. Im ganzen
haben in den50 Jahren der Regierung Ludwigs
XIV. seit 1665 höchstens zehn Ausstellungen
stattgefunden, aber nur wenige davon
sind bedeutend gewesen. Die von 1667 ist als
der erste wirkliche „Salon" anzusehen. 1699
siedelte die Ausstellung, die bisher, Wind und
Wetter preisgegeben, im offenen Hofe des Palais
Royal stattgefunden hatte, in die Grande Galerie
des Louvres über, die fortab auf lange Zeit ihre
Stätte bilden sollte. Hiernach hat unter der Regierung
Ludwigs XIV. nur noch eine Ausstellung
, nämlich die im Jahre 1704, stattgefunden.
Die Protokolle der Akademie selbst lassen erkennen
, warum sie der von den Satzungen ihr
vorgeschriebenen Pflicht so unregelmäßig und
selten nachkam: die Kosten, die die Ausstellungen
verursachten, waren erheblich, und der
wirtschaftliche Druck der schlechten Zeiten
machte sich in der Vermögenslage der Akademie
sehr peinlich fühlbar. Schon die Ausstellungen
von 1699 und 1704 wären, wie
Marcel bemerkt, kaum veranstaltet worden,
hätten die Akademiker sich nicht so sehr darauf
angewiesen gesehen, Käufer heranzuziehen.
Um das Publikum anzulocken, verlängerte man
179
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_33_1916/0221