Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 33. Band.1916
Seite: 196
(PDF, 130 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_33_1916/0240
steht und seine lauteren und guten künstlerischen
Eigenschaften nur noch an Kraft und
Reife zunehmen, so haben wir die Gewißheit
, daß er uns noch oft an der beglückenden
Freude, die er beim Anblick schöner
Naturerscheinungen empfand, im nachgeschaffenen
Bilde teilnehmen lassen wird.

GEDANKEN ÜBER KUNST

Das Schicksal der deutschen Nation ruht auf der
Spitze des Degens; und wenn man sagen kann,
daß dieser Degen „das deutsche Heer" heißt, so
darf als die eigentliche Spitze desselben der „große
Generalstab" gelten: von ihm hängt am letzten Ende
das Schicksal Deutschlands ab. Und was für den
Krieg, gilt auch für die Kunst. Die Kunstpolitik
wird zuweilen ein Kunstkrieg sein müssen; der Krieg
aber ist stets eine angewandte Politik wie die Politik
stets ein theoretischer Krieg. Darum bedarf es hier
eines leitenden Generalstabes von Kunstpolitikern;

von ihm hängt schließlich das geistige Schicksal
des deutschen Volkes ab. —

Ueber die allgemeine künstlerische Richtung und
Entwicklung einer Nation läßt sich irgendwie Neues
nicht bestimmen; sie ist ein für allemal gegeben;
aber wenn Künstler und Publikum wissen, auf welche
Hauptpunkte es bei dieser Entwicklung ankommt,
so wird sich dieselbe leichter und rascher vollziehen
als es ohnedem der Fall gewesen wäre — im ganzen
wie im einzelnen. Kunstpolitik ist auch für den
Künstler selbst von hoher Wichtigkeit; eigentlich
ist ihm nichts notwendiger als Politik; gegenüber
den mannigfachen äußeren wie inneren Einflüssen,
welche seine künstlerische Selbständigkeit und damit
seine künstlerische Ehrlichkeit bedrohen. Nur zwischen
der doppelten Schutzwand eigener und fremder Kunstpolitik
kann sich die zarte Sinnpflanze, welche Individualität
heißt, dauernd und fruchttragend behaupten
. Je planmäßiger, auf Grund der gegebenen
Verhältnisse und vorhandenen geistigen Faktoren,
eine deutsche Kunstpolitik betrieben wird, desto
bessere Erfolge wird sie aufzuweisen haben.

Aus ,,Rembrandt als Erzieher"

ULRICH HÜBNER

HAUSBOOT AN DER HAVEL

196


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_33_1916/0240