Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 33. Band.1916
Seite: 245
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adolf münzer

deckengemälde im sitzungssaal der
düsseldorfer kgl. regierung: nixen

ADOLF MUNZERS DECKENGEMÄLDE IN DER
DÜSSELDORFER KGL. REGIERUNG

Von Lothar von Kunowski

Adolf Münzer ist es gelungen, noch kurz
XV vordem er als Kriegszeichner ins Feld
zog, ein großes Deckengemälde in dem Sitzungssaal
der Düsseldorfer Kgl. Regierung
zu vollenden. Es bietet einen höchst erfreulichen
Anblick dar. Bisher mögen es wohl
erst wenige an der Decke des Saals gesehen
haben, obgleich es verdiente, von der ganzen
Stadt und allen Durchreisenden betrachtet zu
werden. Denn es ist ein einzigartiges Werk
unter den neueren deutschen Monumentalgemälden
.

Man kann nicht sagen, daß dieses Bild
plötzlich erschüttert, aufregt, alte Malweisen
über den Haufen rennt, aber man kann sagen,
daß es Harmonie und innere Wärme ausstrahlt
, daß es jung, frisch und neu erscheint,
wiewohl es sich in manchen Hinsichten den
älteren Kunsttraditionen angliedert. Bei genauerer
Betrachtung entdeckt man, daß sein

größter Vorzug eben darin besteht, daß es
als junge Blüte am alten Stamme gediegener
Malerei erscheint und infolgedessen ohne
weiteres verständlich ist, ohne als Wiederholung
alter Kunst sich darzubieten. Es
bringt uns eine Verjüngung der Monumentalmalerei
in der denkbar liebenswürdigsten
Weise.

Ein Blick auf die Gestalten des Bildes zeigt,
daß wir es mit einem bedeutenden Aktzeichner
zu tun haben, der aus der Quelle der
Natur schöpft, um frei erfundene Idealfiguren
hinzustellen, in denen leise die Typen älterer
Kunst widerklingen. Das eben macht ein
großes Bild dem Laien leicht verständlich,
indem es moderne Naturanschauung und den
Neugewinn auf dem Gebiete der Form mit
allgemeinverbreiteten Vorstellungen in Verbindung
bringt. Diese nackten Körper sind
nicht völlig willkürlich erdacht. Sie sind auch

Die Kunst für Alle XXXI. 13/14. 1. April 1916

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