Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 33. Band.1916
Seite: 259
(PDF, 130 MB)
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SR

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7

ferdinand staeger
stellungskrieg
an der zlota lipa

FERDINAND STAEGER MIT DEM KORPS HOFMANN

IN OSTGALIZIEN

Den vielen schwierigen Aufgaben, die der
Kriegszeichner im Feldzug findet, haben
sich bisher nur sehr wenige Künstler gewachsen
gezeigt. Nicht nur Anfänger haben versagt
— auch viele namhafte Persönlichkeiten.

Das ist die Meinung fast aller Künstler
und Betrachter. Man sucht
nach Gründen, unsere Enttäuschung
zu erklären. Die
zwei großen herrschenden
Strömungen in der Malerei
und Graphik der letzten Vergangenheit
konnten nicht die
richtige Schulung für die vielartigen
Aufgaben eines Kriegszeichners
bilden.

Der Impressionist könnte
wohl und kann auch später
Reiterangriffe und Bajonettkämpfe
mit der Fülle flüchtiger
Bewegungsbilder zu
einem packenden künstlerischen
Ganzen gestalten —
aber er versagt im Stellungskampfe
, in der Festhaltung

. , . , ~. , ~ ferdinand staeger □

so vieler, vieler Dinge, die korpskommandante

erst zusammen das volle, ganze Bild des Krieges
ausmachen. - - Und der andere Künstler,
der in großen, ruhig geformten Figuren wohl
die Tapferkeit, die Spannung, das Entsetzen,
den Schmerz zu versinnbildlichen vermöchte,
der hat meist weder Auge noch Sinn, also
auch nicht die Fähigkeit,
Batterien in Feuerstellung,
Schützengräben und Trainkolonnen
, Quartiere und Spi-
tale, Brandstätten usw. so
rasch künstlerisch festzuhalten
, wie das nun einmal die
Kriegsaufgabe verlangt.

Tatsächlich nur vielseitige,
tüchtige Könner sind zum
Kriegszeichner begabt; nur
einer, der die furchtbaren wie
die scheinbar ruhig-behaglichen
Vorgänge, der das Einzelne
der Geschehnisse und
das ganze große landschaftliche
Bild mit starken empfindenden
Sinnen und mit
fähiger Kand seelische Erlebnisse
zu gestalten vermag,

BILDNIS DES K. u. K.
N PETER HOFMANN

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