http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_33_1916/0337
EMIL ORLIK
Ausstellung der Freien Secession, Berlin
BILDNIS IN WEISS
mit Leibi und Trübner beginnend, all das in
die neue Sammlung holen, was tatsächlich als
malerische Elite der im Staatsbesitz befindlichen
Gemälde der letzten fünfzig Jahre zu
gelten hat. Darunter auch unseren Schatz an
Werken des Hans von Marees und ganz selbstverständlich
die sog. „Tschudi-Spende", jene
jetzt so ungünstig im Erdgeschoß der Neuen
Pinakothek aufgestellten Gemälde der Klassiker
der Moderne, die seinerzeit zu Tschudis Gedächtnis
von einem Kreis von Kunstfreunden
der Pinakothek gestiftet wurden. Zahlreiche
kaum gekannte Neuerwerbungen der letzten
Jahre werden durch die Aufnahme in diese
provisorische „ModerneGalerie" überhaupt erst
zur Geltung kommen, ebenso die neuere Plastik
, die bisher in einem Saal der Glyptothek
sehr lieblos aufgestapelt war und für die sich
nun in den bisherigen Bildhauersälen des
Kunstausstellungs-(Secessions-)Gebäudes günstige
Aufstellungsmöglichkeiten ergeben. Wiederholte
Auswechslungen der Kunstwerke sind
beabsichtigt, so daß der Gesamtbesitz an neuester
Kunst, der mangels Raum nicht auf einmal
gezeigt werden kann, wenigstens allmählich
zur Anschauung gebracht wird.
Die Neue Pinakothek wird nach geringfügigen
baulichen Maßnahmen in ihrem Obergeschoß
eine Galerie von Gemälden (und Plastiken)
aus der Zeit ihres Stifters, des Königs Lud-
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