Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 33. Band.1916
Seite: 314
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_33_1916/0374
KRIEGSBILDERAUSSTELLUNG IN BERLIN

Die Flut der Kriegsbilder ist bereits so angeschwollen
, daß man schon lange keinen
Ueberblick über das Geschaffene mehr hat und
daß man befürchten mußte, die zu erwartenden
guten Leistungen könnten im allgemeinen Chaos
der Produktion spurlos untergehen. Die Kriegsbilderausstellung
der Königlichen Akademie der
Künste zeigt, daß diese Befürchtungen grundlos
gewesen sind. Denn was hier von über 100 deutschen
Künstlern gezeigt wird, fesselt zum größten
Teil nur durch das Gegenständliche der Darstellung
und jene Maler, die die kriegerische Schilderung
zum Kunstwerk erhoben haben, waren einem
als künstlerische Gestalter des Krieges schon vorher
bekannt. Gibt so die sehr umfangreiche Ausstellung
nichts wesentlich Neues, so bietet sie immerhin
bequeme Gelegenheit, sich mühelos über
die verschiedenen Absichten und Möglichkeiten der
neueren Kriegsmalerei zu orientieren. Das Hauptkontingent
wird von jenen gestellt, die nichts weiter
als malende oder zeichnende Kriegsberichterstatter
sein wollen. Ihre Bilder wollen noch deutlicher
und noch charakteristischer, als es die Photographie
vermag, wichtige Momente festhalten und
herausarbeiten. Solange sich die Künstler den Ereignissen
unterordnen und sich mit derartigen bescheidenen
Absichten begnügen, kommen recht instruktive
und anschauliche Illustrationen zustande,
die man sich gefallen lassen kann. An der Spitze
dieser Berichterstatter steht der Düsseldorfer Wilhelm
schreuer, dessen Kriegsbilder hier schon eingehend
gewürdigt worden sind. Die leichte und
sichere Eleganz seines Vortrags, seine ungemein
geschickte Art, Bewegungsmotiv und die Stimmung
in der Natur festzuhalten, verblüffen immer wieder
. Tiefere Erlebnisse vermittelt Schreuer dem Beschauer
freilich nicht. erich mattschass, theodor
Rocholl, Kurt Ziegra fallen in dieser Gruppe
ebenfalls angenehm auf. Der Dresdner Richard
Müller hält in seiner üblichen scharfen und sorgfältigen
Art Städteansichten und Landschaften aus
dem Westen fest; der Königsberger otto Heichert
stellt eine große Reihe von Kriegsszenen aus dem
Osten aus, die Ansätze zu einer künstlerischen
Umformung enthalten. Künstlerische Gestaltungskraft
, die sich mit zuverlässiger Treue der Wiedergabe
vereint, besitzt ludwig dettmann im höchsten
Maße und so trägt er mit seinen Zeichnungen
wie schon bei früherer Gelegenheit auch jetzt
wieder den stärksten Erfolg davon. Das konventionelle
Schema des Schlachtenbildes von 1870/71
existiert für ihn nicht; mit unverbildetem Auge und
empfänglichen offenen Sinnen tritt er an das Erlebnis
dieses neuen Krieges heran und aus diesem

theo von brockhusen

märkische landschaft

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