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PHILIPP HELMER KNABENKOPF (1882)
Mit Genehmigung der Modernen Galerie (H. Thannhauser), München
PHILIPP HELMER
Philipp Helmer ist ein Nachzügler jener
spät,, Entdeckten", die, von der offiziellen
Kunstwertung verkannt, übersehen, auf der
Berliner Jahrhundert-Ausstellung 1906 als
völlig Neue vor uns hintraten. Das überraschende
Resultat jener Ausstellung war,
daß wir erkannten: nicht jene vielgenannten
und übermäßig gefeierten Karton- und
Historienmaler waren die Träger der
malerischen Entwicklung im neunzehnten
Jahrhundert, sondern die andern, die Stillen,
hier erst in die Erscheinung Tretenden, die,
weit entfernt von aller Stofflichkeit, von allen
Haupt- und Staatsaktionen, in ihren Bildern
nur der rein malerischen Idee Ventile
schufen. Da stellte sich besonders eine
Münchner Gruppe vor, der Kreis, der sich
um Wilhelm Leibi in den Jahren 1866—1869
und dann wieder vom Jahre 1871—1873 sammelte
. Die nunmehr bewirkte Wertschätzung
dieses Kreises hat freilich auch ihre Bedenklichkeiten
. Denn stößt man seitdem auf
Die Kunst für Alle XXXI.
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