Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 33. Band.1916
Seite: 374
(PDF, 130 MB)
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W. POTTNER

Leben nicht mehr aufdrängt, sondern es unbefangen
vor uns auslebt. Die vollkommen
organisierte Fläche läßt keine Löcher und
Lücken mehr, durch welche man aus der
Welt des Bildes in die Welt der Naturwirklichkeit
hinübersieht,von der es ausgegangen.
Aus dem älteren Faschingsbilde und aus der
Musikantendarstellung, so sehr sie als Ganzes
alles Gewünschte geben, lassen sich Fragmente
, Abschnitte ausschneiden, die völlig
uninteressant, nur von gegenständlicher Bedeutung
sind, während jedem einzelnen Teilchen
der neueren Arbeiten eine unzerstörbare
, auch der gewaltsamen Aufhebung des

KINDERSPIELZEUG AM FENSTER (1914)

logisch-gegenständlichen Zusammenhanges
trotzende malerische Einheitlichkeit innewohnt
. Die Maskierte von 1912 und der
Innenraum des Folgejahres geben dabei das
Funktionelle noch weit stärker wie die älteren
Bilder, aber es ist nun nicht mehr
losgelöstes epigrammatisch betontes Detail,
dessen Uebercharakteristik auf das Ganze
ausstrahlt. Der spitzabgebogene Oberkörper
der Maskierten, das animalisch schwere, ausruhende
Sitzen der beiden anderen Gestalten
ist bei aller Drastik nur Bildelement, dynamisch
-statisches Motiv unter den gleichwertigen
, zur Gesamtwirkung genau ebensoviel

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