Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 33. Band.1916
Seite: 375
(PDF, 130 MB)
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W. POTTNER

beitragenden Elementen des Raumes und der
Farbe.

Dies letztere Element, die Farbe Püttners,
hatte in der Scholle-Zeit lediglich den Mut
zu den Möglichkeiten der Palette gefunden
gehabt und ihre Kraft und Mannigfaltigkeit
durch manchen Kompromiß, durch manches
Notbehelfhafte in Beziehung auf den Ton erkauft
. Es gab die Zeit eines gewissen trüb
rinnenden Grau in der Malerei Püttners,
die nun vorüber ist. Mit der Erneuerung
seiner Auffassungsweise und mit der Hinkehr
zu einer streng einheitlichen Bildform
hat sich auch die Farbe des Künstlers er-

GROSSES STILLEBEN MIT BLATTPFLANZEN (1914)

neuert und vergeistigt. Die Kraft, die sie
von je besaß, hat Seele gewonnen. Nun erst
kann sie es wagen, der Ursprung zu sein,
aus dem alle Gestaltung emporsteigt.

Es sind je nach der Persönlichkeit viele
Wege denkbar, die zu diesem Ziele hinführen.
Die Hauptsache ist, daß es auf irgendeinem
von ihnen ergangen wird, bevor die Füße
alterssteif und an einen bestimmten Rhythmus
allzusehr gewöhnt sind. Walter Püttner,
der es ganz folgerichtig mit der Jugend hält,
ist gottlob selbst noch viel zu jung, um der
Manierist seiner neuen Entdeckungen zu
werden.

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