Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 33. Band.1916
Seite: 432
(PDF, 130 MB)
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klingen. O tto Kopp scheint ähnlichen Zielen,
wenn auch auf anderen Wegen zuzustreben,
reiche Proben seines starken Könnens
sind in dieser Ausstellung aufgebaut: vielleicht
liegt der Reiz von Kopps Arbeiten
gerade darin, daß noch manches ungelöst
in ihnen blieb, daß die Knospe dieser vielversprechenden
Kunst noch nicht erschlossen
ist (Abb. S. 424).

Gleich Püttner ist Max Feldbauer ein
durchaus malerischer Maler ohne alle Nebenabsichten
. Pferde und Militär geben ihm
die Motive (Abb. S. 428). Sein malerischer
Ausdruck wird immer delikater, feiner,
intensiver. Sein Kolorit ist von klassischem
Reichtum der Nuancen. Man möchte bei
ihm von Vergeistigung des Materials und

EMIL PREETORIUS

Ausstellung der Neuen Secession, München

der Technik sprechen. Julius Hess, der
Schöpfer der starkfarbigen Stilleben, gehört
ebenfalls zu dieser Gruppe absoluter Maler,
der etwa noch der reich und vielseitig tätige
J.W. Schülein, Adolf Schinnerer
und Maria Caspar-Filser anzuschließen
wären. Rudolf Sieck, ein Poet der
Landschaft, der sich eines fast altmeisterlich-
zärtlichen Ausdruckes bedient, wirkt doch
wohl etwas fremdartig und isoliert in dieser
Gemeinde (Abb. S. 422/23).

Komplizierter läßt sich die Kunst des
kürzlich gefallenen Franz Marc an, dessen
die Neue Secession im Herbst mit einer
besonderen Gedächtnisausstellung gedenken
will. U n o 1 d und M e 1 z e r stehen für mich
an der Grenze des Möglichen. In die Bilder
Erbslöhs, der zwar die Formen
nicht auflöst, aber für seine
Akte ein ganz undefinierbares
Kolorit wählt, und in die Landschaften
des Wieners Kok os chka
vermag ich mich, bei völliger
Konzentration und wenn ich alle
historischen Reminiszenzen ausschalte
, hineinzusehen: es ist unleugbar
, daß auf diesen Leinewanden
einzelne köstliche Dinge
stehen. Alexander Kanoldt
ist zu ausschließlich Theoretiker
von ermüdender Einförmigkeit
und seine Bilder sind in ihrer
Luftleere allzu beengend. Klee
setzt seine ziellosen kunstgewerblich
wirkenden Prismen-Experimente
fort. Pechstein, Nölken
u. a., die „das neue Sehen" in
Generalentreprise genommen haben
, sind mir in ihrer Kunst zu
abstrakt, zu sehr in einem Entwicklungsprozeß
, bei dem ich
ihnen nicht folgen kann, verwickelt
, als daß ich einen Gewinn
von ihrer Kunst haben könnte.
Es ergeht mir nicht anders mit
dem Plastiker W. Lehmbruck,
der ohne Not die klaren Wege,
die seine Kunst einst nahm, verließ
und nun im Dunkel unbestimmten
Zielen entgegentastet.

Mit viel Sorgfalt wurde die
graphische Abteilung in den Ausstellungen
der Neuen Secession
zusammengestellt. Heine, Gul-
bransson und Preetorius
(Abb. S. 432) sind die festen
Stützen und Säulen dieser Abteilung
. Genin hat einen Rahmen

UNTERHALTUNG

432


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