http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_33_1916/0505
tuoser Weise die schummerige Oberfläche
alter Gebäude wiedergeben, Andrae studiert
die durch Schneefall verschobenen Tonverhältnisse
auf Dresdens Dächern, Kurt
Albrecht versucht das bunte Treiben am
Halleschen Tor bildmäßig zu gliedern, ebenso
wie Stern das Gewimmel im Amsterdamer
Judenviertel. Koesters „Abendstimmung
am Ufer" erinnert an frühe Bilder
Schramm-Zittaus, dessen „Halali"
schon eine Begebenheit auf landschaftlichem
Grunde darstellt. Immer noch Schilderungen
der Natur sind Bilder von Innenräumen,
wie sie etwa Eichhorst in seinem „Hessischen
Innenraum", oder Carl Albrecht
(Königsberg) in „Am Fenster" zeigt, wo
ein zart einfallendes Licht alle Gegenstände
aufleuchten läßt. Eine letzte Gruppe würden
dann die Stilleben-Maler bilden, unter
denen Ottos „Stilleben mit Reh" (Abb.
S. 441) eine starke Empfindung für farbige
Zusammenstellungen (blaue Gefässe mit dem
stumpfen Braun der Felle) - - und das Spezifische
einer Materie zeigt. Bilder wie
Engels „Kinderfest", des verstorbenen Külitz
„Tanzplatz bei Hannoversch Münden"
leiten zu Kompositionen über, deren es diesmal
sehr wenige gibt. Meist begnügen sich
die Künstler nur mit der Betonung einer
bestimmten Note beim Abschreiben der Na-
E. CUCUEL IM WALDE
Große Berliner Kunstaasstellung
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