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J. V. CISSARZ
STUDIE (BISTERZEICHNUNG)
zugleich tätig. Die Wandmalereien für. das
Haus des Regierungsrats Frank in Köln, die
Glasgemälde in der Kirche zu Großzimmern
im Odenwald, Gemälde für einen Musikraum
auf der Weltausstellung in St. Louis sind neben
einer großen Zahl von Plakaten, Graphik und
Innenausstattungen die wichtigsten Ergebnisse
dieser Jahre.
In der Hoffnung, aus der unwillkürlich
seine Kraft immer ausschließlicher beanspruchenden
kunstgewerblichen Betätigung wieder
mehr ins freie malerische Fach übergehen zu
können, folgte er 1906 der Berufung des
Vereins württembergischer Kunstfreunde nach
Stuttgart. Aber er konnte auch hier gegen
seinen Ruf zunächst nicht ankommen. Denn
in Stuttgart war man gerade damals dabei,
das schwäbische Kunstgewerbe, das den Anschluß
an die neue Zeit verpaßt hatte, nach
den modernen Grundsätzen zu organisieren.
Bei der Gründung der staatlichen Lehr- und
Versuchswerkstätten fiel naturgemäß Cissarz
die Schaffung der für Schwaben besonders
wichtigen buchkünstlerischen Abteilung zu,
die im Verlauf der Jahre nach der Erbauung
der neuen Kunstgewerbeschule unter seiner
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