Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 33. Band.1916
Seite: Farbkeil
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in malerische Werte

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pie bloße Schematisie-
pr die Stimmung nicht
zeigt das Schattenbild.

Seine Körper sind wohl der denkbar extremste
Fall von Gestimmtheit und Ausgleich des der
Form innewohnenden Lebens, aber anderseits
gibt es keinen stärkeren Grad der Isolierung
und Abgrenzung der Erscheinung als eben den
Schattenriß. So kommt es, daß man auch vor
Schattenbildern, die der Stimmung günstige
Gegenstände wiedergeben, wie Gertrud Stamms
„Mutter und Kind", von Stimmung weit entfernt
bleibt. Wird nun die scharfe Kontrastwirkung
Schwarz-Weiß in Farbe umgesetzt, so
stehen wir einem völlig neuen Sachverhalt
gegenüber. Daß dann Farbe zu Farbe in Beziehung
tritt, bindet auch die Gegenstände
unter sich und kann zu stärksten Stimmungseffekten
führen. Man erinnere sich des fein
abgetönten Plakates „Am Rhein", das vor einigen
Jahren häufig zu sehen war: Eine reisende
Dame, rein ins Profil gesetzt, schaut aus ihrem
Wagenabteil nach dem Loreleifelsen hinüber.
In zwei Farben, denkbar matten stumpfen Tönen
von Grau und Rötlich, wirkte die restlos
schematisierte Szene als der reinste Typ des
Stimmungsbildes. Das Gegenständliche war
völlig zum Schweigen gebracht, die Klarheit
der Silhouette beibehalten und als Hindernis
der Stimmung überwunden durch die den Farben
gemeinsame, friedlich bindende Tonika.

Wenn wir die Funktion der Farbe in der
Stimmungsmalerei nicht weiter erörtern, so ist
der doppelte Grund die Weitläufigkeit dieses
problemreichen Gebiets und der Mangel an
farbigen Wiedergaben, die als völlig zuverlässige
Beispiele dienen könnten.

Fassen wir mit einem Blick auf von Weref-
kins „Abschied", der nach Inhalt und Form als
ein Repräsentant des Stimmungsbildes gelten
kann, unser Ergebnis zusammen: Im Stimmungsbilde
ist die optische Wirklichkeit psychisch
einheitlich erlebt und durch künstlerische
Mittel der Vereinheitlichung oder Entgegen-
ständlichung, wie Konformierung, Verunklärung,
Schematisierung, als harmonische Totalität wiedergegeben
.

GERTRUD STAMM, MUTTER UND KIND

Verantwortlicher Herausgeber: P. Kirchgraber — Druck und Verlag von F. Bruckmann A.-G., München, Nymphenburgerstr. 86


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