Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 34. Band.1916
Seite: 73
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arch. karl sattler-münchen

landsitz boveri, baden (schweiz) : gartenhaus

EINE GARTENANLAGE IN BADEN (SCHWEIZ) VON ARCHITEKT

KARL SATTLER-MÜNCHEN

Als dem Münchner Architekten KarlSattler
L der Auftrag zuteil wurde, in Baden in der
Schweiz für Herrn Walter Boveri einen großen
Garten zu schaffen, bei dem Architektur, plastischer
Schmuck und pflanzliche Anlagen sich
zu einem schönen Ganzen zusammenschließen
sollten, trat eine zwar reizvolle, aber nicht
leichte Aufgabe an ihn heran, denn die absolute
Freiheit des Schaffens war einerseits dadurch
beschränkt, daß ein Wohnhaus und ein alter
Garten schon vorhanden waren und in ihrer
ursprünglichen Gestalt erhalten werden mußten
, andererseits war in dem abschüssigen Gelände
eine Voraussetzung gegeben, über die
der Architekt nicht hinweggehen konnte.

Es handelte sich darum, einen Terrassengarten
mit horizontalen Wegen (im Gegensatz
zu dem durchaus abschüssigen alten Garten)
zu schaffen. Als krönenden Abschluß dachte
sich der Bauherr ein Gartenhaus, das natürlich
, entsprechend den parallelen Horizontalen

der vier Terrassen, gleichfalls mehr in die Breite
als in die Höhe wachsen mußte, und infolgedessen
von dem Baukünstler behaglich hingelagert
und eingeschossig (mit niederem Souterrain)
ausgestaltet wurde. Es ist ein Gartensaalbau
von jenem anmutig-heiteren Wesen, dessen
man sich bei den Gartenbauten aus den kurfürstlichen
Zeiten erfreut, doch ist damit nur
die Stimmung des Gebäudes angedeutet und
es ist keineswegs irgendeine stilistische Anlehnung
darunter zu verstehen. Die Ausformung
des Gebäudes ist ganz zeitgenössisch.
Ohne starke äußere Mittel ist durch vorzügliche
Aufteilung der Baumasse, durch die Horizontal
-Vertikalgliederung der Fassade und durch
die gelungene Proportionalität von Fassade und
Dach ein schöner Eindruck erreicht, der echtes
Behagen auslöst. Im Innern ist das Gartenhaus
zu einem Musiksalon und intimen Festraum
von ausgezeichneter Akustik ausgestaltet.
Die hohen Fenster, die bis zum Boden des

Dekorative Kunst. XIX. 3. Dezember 191,

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