Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 34. Band.1916
Seite: 92
(PDF, 110 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_34_1916/0122
DRESDENER MARGARETEN-SPITZE SCHULE MARGARETE NAUMANN-DRESDEN

DIE DRESDENER MARGARETEN-SPITZE

Diese neue Technik entspringt einer Weiterbildung
der Makrame-Technik und es ist
erstaunlich, wieviele Möglichkeiten künstlerischer
Wirkung hierbei vorhanden sind, von
der feinsten duftigsten Art der Spitze bis zur
Posamenten-Wirkung und zu entzückenden
plastischen Gebilden. Die Technik befindet
sich noch in der Entwicklung und so sieht
man neben fertigen Borten, Kragen, Besätzen,
welche zu direkter Verwendung für elegante
Kostüme reizen, auch Versuche verschiedenster,
besonders auch farbiger Art. Es fallen verschiedene
naive Darstellungen figürlicher
Art auf, welche von den Arbeiterinnen, meist
jungen Mädchen aus dem Arbeiterstande aus
reiner Freude an dieser Technik und ihren
schöpferischen Möglichkeiten geschaffen wurden
. Aus Freude an der Arbeit! Wie dies

klingt im 20. Jahrhundert, wo Tausende von
Mädchen mechanische Fabrikarbeit verrichten
und Freude ganz wo anders suchen als in der
Arbeit. Ernste soziale Gedanken lösen sich
bei dieser Beobachtung aus. Woran liegt es,
daß diese Spitzen-Arbeiterinnen bei bescheidenem
Lohne an ihrer Arbeit froh werden,
sich ihrer freuen?

Man muß das feine Lehrtalent von Margarete
Naumann, der Erfinderin dieser Spitzen,
kennen, um dies zu beantworten.

Nach kurzer Unterweisung in schönen Reihungen
und Gliederungen erfinden und entwickeln
die Arbeiterinnen ohne jede Vorzeichnung
, während dem Knüpfen ihre Muster.
Von einfachsten Grundlagen ausgehend, wird
ihre Phantasie immer sicherer und reicher,
so daß sie aus Freude an diesem schöpferi-

92


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_34_1916/0122