Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 34. Band.1916
Seite: 113
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ARCH. L. RUFF-NÜRNBERG

GARTENVORSTADT WERDERAU-NÜRNBERG: GASTWIRTSCHAFT

schmucken Fassade, in der etwas von der verpflichtenden
Kunsttradition des bayerischen
Donautals gegenständlich geworden ist, Zeugnis
ablegt von der Zusammengehörigkeit des
Künstlers mit der sympathischen altbayerischen
Landstadt.

Die großen Aufgaben traten jedoch erst in
Nürnberg an Ruff heran. Seine erste Schöpfung,
ganz im städtebaulichen Sinne, war die im Auftrag
der „Baugesellschaft für Kleinwohnungen"
entworfene und nun größtenteils schon ausgeführte
Kleinwohnungsanlage in der Vorstadt
Gibitzenhof am Donau-Main-Kanal (Abb.
S. 115). Mehrere hundert Wohnungen in teilweise
fünfgeschossigen Häusern, die durch ein
klug bedachtes und sinnvoll aufgeteiltes System
von Höfen verbunden sind, galt es da zu schaffen
und zugleich wurde derSiedelungs-undGemein-
wesencharakter betont, denn u. a. waren da ein
Wirtshaus mit Saalbau, verschiedene Kaufläden,
Metzgerei und Bäckerei mit ihren typischen
Geschäftsräumen einzubauen. Das Werk gelang
. Die außerordentliche Höhe der Gebäude
wurde durch eine ausgezeichnete Ausbildung

der Dachstühle und durch luftige G'ebelbauten
wettgemacht; um indessen dadurch keine Verteuerung
der Bauten und Wohnungen herbeizuführen
, sind Giebel und Dächer sehr sachgemäß
und anmutig und eigenartig zu Wohnungen
ausgebildet. Eine kräftige Mauer gegen die
Straße zu und Baumgruppen bringen die gewünschte
Auflockerung der Baumassen an der
Basis. Daß aber die mächtigen Fassaden nicht
allzu geschlossen und schwer wirken, auch dafür
wußte Ruff Rat zu schaffen, und eben hier
tritt die konstruktive Note seiner Baubegabung
hervor. Freilich zeigt sich da und dort ein Ornament
, auch trägt die wechselweiseVerwendung
von Verputz und dem in Nürnberg heimischen
rötlichen Sandstein ein farbiges Moment in
die Baumassen, aber das allein hätte keine
Gliederung der Straßen- und Hofwände bewirken
können. Die geschah vielmehr vom
Grundriß aus, durch leichte Biegung oder
Winkelstellung der Fassaden, so daß sie durch
die Lichtführung gleichsam modelliert werden,
weiterhin durch das Verhältnis der Querbauten
zu den Längsbauten und besonders durch die

Dekorative Kunst. XIX. 4. Januar 1916

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