Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 34. Band.1916
Seite: 114
(PDF, 110 MB)
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ARCH. L. RUFF-NÜRNBERG GARTENVORSTADT WERDERAU-NÜRNBERG : HOFPARTIE

Proportionierung der Fassaden selbst, fein gegliedert
durch Fenster, Austritte, Erker, alles
am rechten Fleck, dabei völlig von innen nach
außen strebend, nie irgend etwas vortäuschend
um der Dekoration willen, sondern organisch
aus dem Grundriß herauswachsend.

Wesentlich verschieden von dieser Kleinwohnungsanlage
in Gibitzenhof war die Bauaufgabe
, vor die sich Ruff bei der Anlage der
Gibitzenhof benachbarten Gartenvorstadt Werder
au gestellt sah (Abb. S. 108 bis 114).
Die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg hat
diese Siedelung, die auf mehr als dreihundert
Einzelhäuser gebracht werden soll, für
ihre Ingenieure, Beamten, Werkmeister und
verheirateten Arbeiter bestimmt: es tritt also
der Gemeinwesen - Charakter wieder beherrschend
hervor, und dabei galt es diesmal so
etwas wie eine soziale Schichtung herbeizuführen
, denn die Beamtenhäuser, deren Mietpreise
entsprechend höher sind, mußten natürlich
reicher und geräumiger ausgeführt werden
als die Arbeiterhäuser, sie sollten auch zu einer
eigenen Gruppe zusammengefaßt werden, und
dabei sollte doch der Gedanke, daß alle Werderauer
Angestellte des nämlichen industriellen
Unternehmens sind, deutlich zum Ausdruck
kommen.

Um einen kleinen Marktplatz, der mit den
Jahren noch eine stattlichere Ausgestaltung erfahren
wird, gruppierte Ruff die Häuser und
Häuschen, die durchaus zweigeschossig sind
(Parterre und ersten Stock), aber durch die
geschickte Ausnützung gewisser Geländeschwankungen
, die liebevoll erhalten und benützt
wurden, und durch die Mannigfaltigkeit
der baulichen Formgebung vor dem Odium der
Eintönigkeit, die bei der massenhaften Anhäufung
gleichgeschossiger „Villen" einzutreten
pflegt, bewahrt blieben. Da sind auch nirgends
die sattsam bekannten, sterbenslangweiligen
Villenstraßen, deren eine wie die andere aussieht
. Das hat der Architekt schon bei der
Planlösung der ganzen Siedelung bedacht.
Ohne daß im allgemeinen einem unübersichtlichen
Gewirr von Straßen und Gassen
das Wort gesprochen sein solle, darf man sich
der Willkürlichkeiten freuen, mit denen hier
der Gesamtgrundriß gestaltet wurde: das gibt
ihm das Persönliche und macht Werderau zu

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