Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 34. Band.1916
Seite: 152
(PDF, 110 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_34_1916/0192
DAS HAUS DALLMAYR,
DIENERSTRASZE 13—15

Das Geschäftshaus der altbekannten Firma
Alois Dallmayr, war Neu- und Umbau; die
Häuser 13 und 14 mußten einem vollständigen
Neubau weichen, das Haus Nr. 15 wurde
lediglich im Innern umgebaut. Für die äußere
Architektur war maßgebend, diejenige des
alten Hauses Nr. 13 aus dem Ende des
18. Jahrhunderts. Die Fassade war bei aller
Strenge der damaligen Kunstübung doch von
einer besonderen Eigenart, die ihre Erhaltung
wünschenswert gemacht hätte. Allein die Unmöglichkeit
, mit den gegebenen Stockwerkshöhen
auszukommen, ferner die Notwendigkeit
, ein weiteres Stockwerk aufzubauen,
zwangen zum Neubau. Um den Charakter
des Straßenbildes zu wahren und die alte
Architektur am neuen Hause festzuhalten, ist
das neue Haus ganz im Geiste des alten
wieder erbaut. Das Erdgeschoß mit seinen
Rundbogenschaufenstern, Muschelkalkpfeilern
und Einfassungen, ist der entschiedenen Gliederung
der oberen Etagen, in freien jonischen
Pilasterstellungen, glücklich angepaßt.

Das vierte Stockwerk ist als eine neue Zutat
von wesentlich schädigender Wirkung stark
zurückgesetzt, mit Ziegelvordach versehen und
so gleichsam zur Mansarde gestempelt, oder

in die Dachwirkung mit einbezogen. Und so
allein konnte eine wesentliche Beeinträchtigung
der alten Formeneinheit in der Fassade vermieden
werden.

Haus Nr. 14 war zum Mittelrisalit umgewandelt
, dessen Bedeutung für die Gesamtanlage
erst nach Einbeziehung des Hauses
Nr. 15 in die gleiche Formengebung klar verständlich
wird.

Die farbige Erscheinung des Hauses: dunkle
Putztönung, dunkle Dachziegel, entspricht dem
gewohnten Münchener Straßenbild.

Das Innere erhält seinen besonderen architektonischen
Charakter durch Anknüpfung an
eine schon vorhandene wuchtige Säulenarchitektur
, eine große Doppelreihe gedrungener,
dorischer Juramarmorsäulen, mit Spitzbogenverbindung
. Zwischen diese sind in geschickter
Weise die Ladentische eingebaut.

Ein Marmorfußboden aus rotem Lienbacher
Marmor, dunkelgetöntes Eichenholz der Ladeneinrichtung
, farbige Stilleben in vergoldeten
Stuckrahmen, Hirschgeweihe auf kranzumwundenen
Schädeln an den Wänden und
zwischen den Pfeilern, Glasmalereien mit den
Hoflieferantenwappen an den rückseitigen
Fenstern und eine diskrete Deckenbeleuchtung,
alles wirkt zusammen, um eine richtige Stilatmosphäre
der Lebensmittelverkaufshalle zu
schaffen, wie sie, wenigstens in unserer Zeit,

ARCH. HÖNIG UND SÖLDNER-MÜNCHEN GESCHÄFTSHAUS DALLMAYR: LADENINNERES

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