Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 34. Band.1916
Seite: 155
(PDF, 110 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_34_1916/0195
In einem angenehmen Gegensatz zu dieser
Halle, die in ihrer Formengebung schwer
wuchtend gehalten ist, steht ein in eleganten
und zierlichen Formen durchgeführter Konfitürenladen
. Hier ist die Ladeneinrichtung
aus poliertem Kirschbaumholz und die Decke
zum Teil weiß stuckiert, was dem kleinen
Raum eine helle und freundliche Wirkung
gibt. Daß diese angenehme, farbig dekorative
Wirkung dieser beiden Räume mit Verwendung
nur heimischer Baumaterialien, Steine
und Hölzer erreicht wurde, verdient besonders
bemerkt zu werden. Ein Schwarzweiß - Bild
davon gibt kaum eine Vorstellung von dem
malerischen Reiz und der warmen tonigen
Harmonie dieser Farben.

Auch hier ist wieder eine besondere Bauaufgabe
, einen für die besonderen Ansprüche
der Lebensmittelbranche mit ihren offenausgelegten
Waren geeigneten und zugleich anziehenden
Verkaufsraum zu schaffen, der allen
Ansprüchen des Kaufherrn wie des Publikums
genügt, glänzend gelöst.

LANDHAUS DER FRAU S. von PRITTWITZ
und GAFFRON IN TUTZING AM STARNBERGER
SEE

Ein Landhaus ist kein Stadthaus. Beim
Landhaus ist noch mehr wie beim Stadthaus
eine gewisse Zurückhaltung im Gebrauch architektonischer
Details notwendig. Denn stärker
als das Gebild von Menschenhand spricht
die Natur.

Bei der Projektierung von Landhausbauten
ist deshalb Ein- und Unterordnung in das
Naturbild eine selbstverständliche Forderung.
Hier kann nur eine Architektur mit großen
einfachen Linien wirken, welche gleichsam
das Grundmotiv der örtlichen Situation in ihrer

horizontalen oder vertikalen Linienführung aufnimmt
und in ihrem Organismus rhythmisch
abwandelt.

In diesem Sinne ist auch das durch die
Architekten Hönig und Söldner erbaute Landhaus
der Frau S. von Prittwitz und Gaffron
in Tutzing am Starnberger See disponiert.

Die außerordentlich einfache Gliederung
dieses Hauses ist durch die Lage bedingt.
Im Vordergrund die breite Seefläche, im
Hintergrund die bewaldeten hügeligen Ufer
weisen von selbst auf einfache Silhouettierung
hin, wie solche auch z. B. im alten Schloß zu
Starnberg so schön zum Ausdruck kommt.
Der Hauptraum des Hauses der in der Mittelachse
gelegene Salon, ist auch äußerlich mit
einer Steinsäulenarchitektur und davor liegender
Terrasse sichtbar zum Ausdruck gebracht.
Ein hohes Sockelgeschoß aus gespitztem
Muschelkalk, die Säulenarchitektur des Mittelbaues
mit der davorliegenden Terrasse, die
weißen Putzwände mit den grünen Fensterläden
, das ruhige mit dunklen Ziegeln gedeckte
Walmdach wirken zusammen, um
einen in seiner sinngemäßen Einfachheit vornehm
wirkenden Haustyp entstehen zu lassen.
Die klare Symmetrie, die sich in der Hauptansicht
des Gebäudes ausspricht, ist die
Folge eines ebenso klaren Bauprogramms
der Bauherrin, wie der ebenso einfach
klaren Disponierung und Grundrißanlage. Danach
ergaben sich im Innern stattliche und
doch stimmungsvolle behagliche Räume, deren
Fenster möglichst viele Ausblicke über den
See und die entzückende Fernsicht aufs nahe
Gebirge frei lassen. Die Räume bieten alle
Bequemlichkeiten, die der moderne Mensch
auch in unmittelbarer Nähe der Natur nicht
gern missen mag. In der Ausstattung fand
hier auch das Kunstgewerbe, wie unsere Abbildung
des schönen Ofens zeigt, eine gute

arch. hönig und söldner-münchen landhaus prittwitz: schiffshotte und badehaus

155


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_34_1916/0195