Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 34. Band.1916
Seite: 157
(PDF, 110 MB)
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vase und dose. kristall. rubinrot
, uberfang. geschliffen □

entwurf: arch. e. j. margold-darmstadt
ausführung: carl schappel-haida □

GLASER VON EMANUEL JOSEF MARGOLD

Die Wiener Ausstellung künstlerischer Glaswaren
österreichischer Herstellung brachte
schöne Aufschlüsse über eine alte Industrie,
die sich in Oesterreich (man denke an die
böhmischen Glashütten) frisch und lebensfähig
erhalten hat. E. J. Margold, der in vielen
Sätteln Gerechte, trat auch hierbei hervor.
Die kräftige, gesunde Eleganz, die der Vorzug
der meisten seiner Schöpfungen ist, zeigt er
auch bei diesem vornehmen, geistreichen Material
. Die edlen Kurven, die geglückte Einteilung
der Flächen, die lebendige Farbenwirkung
, der gute Aufbau, all das fügt sich
dem übrigen Schaffen des Künstlers passend
an. Margold behandelt das elegante Material
mit Zartheit, aber auch mit Kraft. Seine Formen
haben in der Mehrzahl der Fälle jene angenehme
innere Gelassenheit, die wir bei den uns täglich
umgebenden Dingen nicht gerne missen
mögen. Den bloßen „Einfall" bekommen wir
bald satt. Nur was bei aller Erfindung Ruhe
und Reife hat, dem bleiben wir dauernd gewogen
. Pompös baut sich die große Bowle
mit ihrem lebendigen Profil auf, ein guter
architektonischer Gedanke in der Entwicklung
des „Sockels", über dem sich die gutgeführten
ruhigen Flächen der Wandung und die sehr
repräsentable Deckelpartie erheben. Guter
Handwerksgeist ist in den niedlichen, hand-
und mundgerechten Trinkgläsern, die sie begleiten
. Leichter liest man die Formen in den
einfachen schönen Kristalldosen ab, die
sich neben guten alten Arbeiten behaupten.
Modernere Gesinnung spricht aus der sechseckigen
geschliffenen G1 a s d o s e, deren Linien
elastisch und wie gespannt ein wenig nach

Dekorative Kunst. XIX. 5. Februar 1916

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