http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_34_1916/0201
WEINSERVICE. KRISTALL
RUBINROT U. GESCHLIFFEN
ENTWURF: ARCH. E. J. MARGOLD-DARMSTADT
AUSFÜHRUNG: CARL SCHAPPEL-HAIDA □
Durch alle solche Umstände ist es gekommen
, daß die große Mehrzahl der neueren
Bauten schlecht ist. Und deshalb entstehen
die bekannten Unstimmigkeiten zwischen
den guten alten und den schlechten neuen
Bauten.
Wer zu dieser Einsicht gelangt ist, für den
wird es nicht schwer sein, die richtige Antwort
auf die obengestellten Fragen zu finden
. Wir werden dann wieder so harmonische
Stadt- und Straßenbilder bekommen,
wie sie frühere Zeiten schufen, wenn
wir neben die guten alten Bauten nicht
schlechte neue, sondern gute neue setzen.
Diese guten Bauten werden sich dann untereinander
vertragen, gerade so, wie sich gute
alte Bauten aus verschiedenen Bauzeiten
vertragen.
Wie erhält man aber gute Bauten? Einzig
und allein durch gute Baukünstler.
Es ist also Pflicht, gerade bei Hinzufügungen
zu der wertvollen Architektur alter
Straßen- und Platzbilder mit peinlichster
Sorgfalt darüber zu wachen, daß nicht Stümper
bauen. Diesen werden auch die besten
Rezepte und alle Ortsvorschriften des Heimatschutzes
nichts helfen können. Zuzulassen
ist hier nur der vollwertige Baumeister.
Bei diesem wird vor allem auch die Taktfrage
im Vordergrund seiner Maßnahmen
stehen. Er wird von vornherein davon ausgehen
, das Bauwerk dem Orte, an dem es
stehen soll, gehörig einzufügen, ihm einen
allgemeinen Zuschnitt, einen Umriß, eine
Dachausbildung zu geben, die für den Standort
geeignet ist. Er wird auch ferner die
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