Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 34. Band.1916
Seite: 299
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F. A. PFUHLE-DANZIG KIRCHENFENSTER: KREUZIGUNG

Ausführung: Puhl &. Wagner, Gottfried Heinersdorff, Vereinigte Werkstätten für Glasmalerei, Berlin-Treptow

hier auf das glücklichste erfüllt scheinen.
Hier wie dort wird die Fensterdurchbrechung
in die geschlossene, das Raumbild erzeugende
Flächenwirkung der Wände hineinbezogen
.

Daß man nicht immer diesem Ideale nahe
kam, am wenigsten vielleicht in dem vergangenen
Jahrhundert, von dem Jakob Burck-
hardt meint, es habe das Pensum der Vergangenheit
noch einmal aufsagen müssen,
zeigt am besten die Geschichte der Glasmalerei
.

Sie lehrt allgemein gesagt, daß die Glasmalerei
, eine Synthese von Kunstgewerbe
und hoher Kunst, dort ihre höchste Vollendung
zeigt, wo sie jedesmal dem architektonischen
Organismus entsprechend, das Aufgehen
der künstlerischen Forderungen in
die des Kunstgewerbes zeigt.

Der Weg zur Erfüllung dieser Bedingung

scheint in den Glasbildern F. A. Pfuhles
überraschenderweise gefunden zu sein. Sein
gesamtes künstlerisches Schaffen, ausgehend
vom Dekorativ-kunstgewerblichen, zeigt bei
einer sicheren Beherrschung des Aktes das
Streben nach monumentaler Wirkung. Diese
drei Faktoren, heute bewußt angestrebt,
waren der Kernpunkt der mittelalterlichen
Gläsmalereien. Hinzu kommen die Forderungen
des Augenblicks. Vorläufig sollte
jedesmal nur der untere Teil eines jeden
Fensters seinen malerischen Schmuck erhalten
, so daß der christologische Zyklus
von Geburt, Kreuzigung, Auferstehung und
Himmelfahrt gleichsam wie ein Fries den
Chorabschnitt begleitete.

Die Folge müßte ein allzu starkes Einströmen
von Licht durch die darüber liegenden
Fensterteile sein. Es ist das Verdienst
des Künstlers, daß er mit wenigen

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