Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 34. Band.1916
Seite: 396
(PDF, 110 MB)
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des Obergeschosses, deren Zugang zur Hälfte
als Freitreppe in der Halle, zum andern Teil
als eingebaute, gerade laufende Zwischentreppe
angeordnet ist, zeichnet sich das Ankleidezimmer
durch die heitere Frische seiner farbigen
Durchbildung, das Badezimmer durch
die knappe Eleganz in der Materialbehandlung
aus.

Der Künstler dieses Hauses ist keiner von
denen, die durch überraschende Einfälle blenden
, durch schimmernde Pose betäuben, oder
durch das Raffinement der Schlichtheit verblüffen
. Sein Schaffen strömt aus einem ruhigen
Temperament, aus einer gemütvollen Vertrautheit
mit dem Menschlichen und aus der
sicheren Kenntnis aller technischen und sachlichen
Gestaltungsmittel. All das spiegelt sich
in dem schönen Familienhaus, das in dem
frischen Grün des Hügellandes wie ein sorgsam
geschliffener Stein in den Falten eines seidenen
Gewebes liegt, edler Stoff in geprägter
Form. E. Haenel

Mit dem Begriff Talent verbindet man gewöhnlich
etwas Schwächeres als mit dem Begriff Genie,
man denkt dabei mehr nur an eine gewisse Leichtigkeit
, an die Gabe des Anempfindens, Nachahmens.
Jeder hat ja in seinem Leben ein paarmal Verse
gemacht, aber ohne starken Drang und Erfolg.
Das Genie dagegen ist eine geistige Naturkraft
von einer schöpferischen Urgewalt, die alle Herzen
bezwingt. Es sieht mit dem Blitz der Ahnung in
das Herz der Dinge. Sein Wesen ist zentral.

F. Th. Vischer

Kunst ist der brausende Akkord des Schönen,
wie ihn sehnsuchtstrunkene Herzen träumen. Einen
Kanon für seine Harmonisierung hat noch niemand
gefunden. Darum begnügen wir uns mit Individualität
. Manuel Wielandt

Man muß mit Feuer entwerfen und mit Phlegma
ausführen. Winckelmann

Kunst verhält sich zur Natur wie die Gartenrose
zur Heckenrose, wie der farbig leuchtende,
von Wasser überrieselte Stein zu dem trockenen

Kiesel.

Hermann O brist

arch. oswin hempel-dresden

haus wolf-cossmannsdorf: pergola

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