Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 35. Band.1917
Seite: 41
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oswald achenbach die sabinerberge bei tivoli (ölstudie, 1850)

Düsseldorf, Städtische Kunstsammlungen

OSWALD ACHENBACH IN ITALIEN UND DAHEIM

Von Dr. Walter Cohen (Düsseldorf)

Im Jahre 1845 ist der damals achtzehnjährige
Oswald Achenbach zuerst in Italien gewesen
. Besonders am Gardasee hielt er sich
längere Zeit auf. Auf Studien und Zeichnungen
aus diesem Jahre kehrt der Monte Baldo immer
wieder und es ist erstaunlich, wie selbständig
schon damals alles Koloristische empfunden ist.
Ein sehr feinfühliges Auge muß überraschen;
der ältere Bruder Andreas, Oswalds eigentlicher
Lehrer, neigte in dieser Zeit — er war bereits
1843 nach Italien gereist — gerade bei der Behandlung
italienischer Motive mehr zum überlieferten
heroischen Stil in der Art Schirmers.
Es gibt frühe Oelstudien Oswalds, die in der
Delikatesse der Malerei, der geschmeidig-weichen
Pinselführung, einen deutschen Corot an-
zukünden scheinen. Noch wichtiger wird für den
Künstler das Jahr 1850. Erst jetzt kommt er
nach Rom, nach Tivoli, dem Sabinergebirge.
Damals entstand der wundervolle „Springbrunnen
", der von ihm oft gemalten Villa Conti,
später Torlonia, in Frascati, die Oelstudie im
Besitze des Sohnes B. v. Achenbach. Noch
jetzt ist Achenbach weit entfernt von der
allzu glänzenden Virtuosität des Berühmtgewordenen
. Sein Stil berührt sich sehr nahe
mit dem des gleichaltrigen Schirmerschülers
Arnold Böcklin. Die „Zypressen" (Abb. S. 44),
die sich saftgrün vom leuchtendblauen Himmel
abheben, wären des Schweizers würdig,
ohne daß sie irgendwie von ihm beeinflußt
sind. Und dieses Beispiel steht nicht allein
da. Beide kommen ja von Schirmer her; wenn
auch Oswald nicht dessen direkter Schüler war,
so ist er durch Andreas, der sich später mehr
zu Lessing hinwandte, immerhin mit seinen
Ideen erfüllt. Nach einer Bemerkung Cornelius
Gurlitts in seiner „Geschichte der deutschen
Kunst" scheint auch Louis Gurlitt Einfluß
auf den jungen Düsseldorfer gewonnen zu
haben: ein Gemälde wie das vorzügliche kleine
Olevanobild Gurlitts in der Dresdner Galerie
(Nr. 2512 A) ist in der Tat nahe verwandt mit
Achenbachs malerischer Anschauung in diesen
Entwicklungsjahren. Böcklin andererseits malte
noch 1851 den kürzlich von der Hamburger
Kunsthalle erworbenen „Blick auf das Colos-
seum in Rom", in dem so viel gute Düsseldorfer
Tradition steckt. Mancher, dem es blas-
phemisch vorkommen wird, den Maler der
„Toteninsel" in die Nachbarschaft des gegen
sich weniger strengen Altersgenossen gestellt
zu sehen, darf daran erinnert werden, daß ein
so genauer Böcklinkenner wie Gustav Floerke
noch 1876 es naiv und eigentlich treffend ausspricht
: „Für einen seinem innersten Wesen
nach den Achenbachs vielfach verwandten
Künstler ersten Ranges halte ich Böcklin. Zu-

Die Kunst für Alle XXXII. 3/4. November 1916

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