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scheint, erst wieder nach 1870 gemalt. Den
Niederrhein überließ er der jüngeren Düsseldorfer
Künstlergeneration, die hier etwas gewaltsam
die Befreiung von einer fadenscheinig gewordenen
Rheinromantiksuchte und auch durchAbbildung
auf S. 49. Auf die ziemlich zahlreichen
Schweizer Landschaften soll hier nicht
eingegangen werden, da sie stilistisch den
Italienbildern näher stehen.
Eine Bemerkung sei hier noch eingescho-
OSWALD ACHENBACH ZYPRESSEN, VILLA D'ESTE,
TIVOLI (ÖLSTUDIE, 1850)
Düsseldorf, Städtische Kunstsammlungen
setzte (bis wiederum die niederrheinische Landschaft
ein Monopol von Spezialisten wurde und
jeden Oelbildreiz einzubüßen begann). Wie Oswald
unbekümmert um die Caspar Scheuren-
Tradition ein mittelrheinisches Motiv in seiner
reifsten Zeit darzustellen wußte, mit allen Mitteln
eines fortgeschrittenen, ganz auf eigenen Füßen
stehenden Impressionismus, das beweise die
ben: der Maler der römischen Sonnenuntergänge
und des Golfes von Neapel ist weniger
oft in Italien gewesen, wie man nach den in
Museen und Privatsammlungen so zahlreich vorkommenden
„italienischen Landschaften" annehmen
möchte. Die letzte eigentliche „Studienreise
" fand 1871 statt. Dreiviertel Jahre
ist Achenbach damals in Begleitung seiner Frau
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