Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 35. Band.1917
Seite: 60
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hugo böttinger

Münchner Jahresausstellung im Glaspalast

im winde

MÜNCHNER JAHRESAUSSTELLUNG IM GLASPALAST

Von G. J. Wolf

Der Glaspalast hat in diesem Jahr tatsächlich
ein neues Gesicht. Das Mitläufer-
tum und die beschämende Fülle der Mittelmäßigkeiten
fehlen auch diesmal nicht, aber sie
wurden einigermaßen zurückgedrängt und in
Nebenräume abgeschoben, dazu durch die Betonung
und das kraftvolle Unterstreichen echter
künstlerischer Werte ein Ausgleich geschaffen.
Dem lästigen Stammplatzunfug wurde der Garaus
gemacht. Ein sinnvolles System von Kollektivausstellungen
, die räumlich sehr geschickt über
die weitläufige Kunstschau verteilt sind, bringt
Haltung und Eigenart in die Ausstellung und
vermittelt geschlossene Eindrücke. Es wurde
wenigstens in den Hauptsälen gut und nobel gehängt
, so daß befriedigende Gesamtwirkungen
von den Räumen ausgehen. Alles in allem
hat der neue Präsident Carl von Marr mit
dieser ersten großen Ausstellung, die unter

seiner Leitung in die Erscheinung trat, die
Hoffnung, die man auf seine Wirksamkeit
setzte, nicht enttäuscht, wenn auch noch nicht
alle Blütenträume reiften. Die Zeiten und die
Verhältnisse, die sie geschaffen, sind eben
schwer, da kann man nicht mit eisernen Besen
dazwischenfahren, und es galt Rücksichten zu
nehmen, die nicht ausschließlich von künstlerischen
Gesichtspunkten geleitet sind.

Der Nachdruck der Ausstellung ist auf die
Kollektionen gelegt. Im Nachlaß des früheren
Präsidenten der Künstlergenossenschaft Hans
von Petersen sieht man fast ausschließlich
Marinen. Unter den größeren Bildern ist manches
Stück von starker dekorativer Wirkung,
aber die eigentliche künstlerische Qualität muß
man bei Petersen, wie bei so vielen seiner
Generation, im Kleinen, in den Studien, in den
spontanen Notizen suchen. Es ergeht mir ähn-

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