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fester Wille ist vielmehr auf durchaus ernste
Kunstarbeit gerichtet. Das wird schon aus
dem Gegenständlichen seiner aus Eigenem geschaffenen
Arbeiten erkennbar. In den Blättern
„Tänze" wirken vereinzelt im Beiwerk, das
nicht unbedingt nötig, mitunter nur eine unorganische
, bloß dekorative Zutat ist, noch
Einflüsse nach, die der Künstler in der Schule
empfangen hat. Die Kontrolle, die er in letzter
Zeit an sich und seinen Arbeiten un-
nachsichtlich übt, und die immer ernster gestimmt
und strenger wird, trägt bereits dazu
bei, seine Arbeit zu reinigen. Das angelernte
„dekorative" Sehen macht nunmehr einem rein
bildmäßigen Sehen immer mehr Platz. In der
einstweilen letzten Radierung, dem „Charon"
betitelten Blatt, gelangt die Klärung schon
wirkungsvoll zur Geltung.
Da bei all ihrer hochwertigen Kunstmäßigkeit
, die auf den Seiten dieses Heftes wiedergegebenen
Arbeiten Divekys doch auch dem
Verständnis des kunstliebenden Laien ohne
Erläuterung zugänglich sind, unterließ ich ihre
Beschreibung und Analysierung. Mehr als ein
Hinweis wollen die Begleitworte zu den Abbildungen
nicht sein. Bei der Jugend des
Künstlers kann trotz der Frühreife seiner Leistung
, ein kritisch wertendes Urteil nicht ausgesprochen
werden; daraus gezogene Folgerungen
für die Zukunft, kämen den wenig zu-
JOSEF VON DIVEKY
TURANDOT
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