Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 35. Band.1917
Seite: 96
(PDF, 137 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_35_1917/0118
3. Schwäne. Durch das dichte Maisfeld, das
in heller Sonne liegt, schreitet ein junges
nacktes Mädchen. Die jungen Formen sind
in allgemeinen Konturen angedeutet. Es drückt
seine schweren goldenen Haare und seufzt in
Lebensfülle. Drei schwarze Schwäne schmiegen
sich wollüstig an ihre jungen Schenkel.

4. Am See. Das nackte Mädchen sitzt jetzt
auf weichen Kissen, die auf dem Sand am
Strand ausgebreitet sind. Eine Dienerin, ebenfalls
nackt, steht neben ihm, faßt und breitet
das herrliche H aar des Mädchens und strählt
seine funkelnde Pracht. Zu den ersten drei
Schwänen ist ein vierter gekommen, der im
Schöße des Mädchens liegt und geliebkost
wird, während jene drei ersten aufgeregt am
Ufer die Flügel schlagen. Palmen am fernen
Ufer.

5. Im Lager. An Zelten sind fünf bekleidete
Männer und fünf nackte Frauen gelagert.
Ein Behelmter erscheint und wird von einem
Alten im Turban nach vorn auf den Weg gewiesen
. Derselbe Alte erscheint auf dem
Bla.te „Mord" (Nr. 17) wieder.

6. Der Stier. Im Park, an einem schwer
duftenden Blütenhang, steht das Mädchen, in
feinste Seide gehüllt, wie eine Andalusierin;
bei ihr zwei mädchenhafte ziere Dienerinnen.
Da kommt plötzlich von rechts ein wilder
Stier herangestürmt. Größte Gefahr. Es gelingt
einem braunen Mann, den Stier gerade
noch bei den Hörnern zu packen. Sonst wäre
Entsetzliches geschehen.

7. Der Schwanenprinz. Ein Geflügelter mit
Federn und Flossen läuft über den hellbeschienenen
Sand und verfolgt das nackte fliehende
Mädchen. Es ist der menschgewordene vierte
Schwan. Wieder stehen die drei anderen
Schwäne am Strand. Gewitter. — Hier nimmt
der vierte Schwan also die Gestalt des
Freiers an.

8. Vergewaltigung. Der Prinz wirft das junge
Ding auf den Blütenteppich und zwingt sie
zur Lust. Große Bäume, herrlichstes Blühen
der Natur.

9. Mädchen und Schütze. In seinem Haus
hockt ein nackter kräftiger Mann und brütet
Rache; an der Wand hängt sein Bogen mit
den Pfeilen. Er ist der Nebenbuhler des
Schwanenprinzen. Die beiden Dienerinnen des
Mädchens, die vor dem Schwanenkönig geflohen
waren, sind gekommen und melden ihm,
was geschah. Die eine kauert vor ihm, die
andere blickt schwermütig zum Fenster hinaus,
wohl nach der Wiese, wo die Herrin entfloh.

10. Der Schuß. Eitel ob seines Sieges flog
der Schwanenkönig über die Flut. Da schwirrt
die Sehne des Bogenmannes; der Pfeil trifft

den Geflügelten im Rücken und der Liebestrunkene
stürzt ins Meer. Mit wildem Flügelschlag
fliehen die anderen Schwäne. Stolz und
frohlockend hebt der Bogenmann den rechten
Arm.

11. Dank. Das von seinem Verfolger befreite
Mädchen folgt nun dem Bogenmann in
seine Burg; sie kauert auf der Binsenmatte
und bietet dem Boten die Rose, die er seinem
Herrn überbringen soll. Neugierig stehen die
Dienerinnen jenseits der Mauer des Hauses.

12. Nacht. Im Innern des Zeltes; schweres
Dunkel. Sie liegt auf dem Fell; der Bogenmann
umschlingt die Schlafende. Sterne funkeln
. Palmen in der Ferne.

13. Der Zug. Ein Troß Geharnischter zieht
zu Pferde den Engpaß herauf. Großes Bergplateau
mit Schneebergen. Man denkt etwa an
den Einzug der Engländer in Tibet.

14. Einbruch. Diese Geharnischten brechen
in das Lager der Bogenmänner, metzeln nieder,
was sich ihnen entgegenstellt und rauben die
Mädchen. See und Bergterrassen im Hintergrund
.

15. Die Schale. Während die Geharnischten
ihr blutiges Handwerk treiben, bietet vorn im
Schilf dem nackten, wollüstig die Glieder dehnenden
Mädchen eine vor ihr kniende nackte
Freundin die Schale an. Sie enthält Wundersames
, schlimme Zauberkräfte, Gluten.

16. Der Fuß. Zwischen diese beiden Frauen
stürzt ein Geharnischter aus dem Schilf hervor
; er ist heimlich herangeritten gekommen
und ließ sein Pferd jenseits des Schilfes
stehen. Der Geharnischte sah das Schimmern
der Frauenleiber im Schilfe. Wie er hervorstürzt
, stürzt die Schale zu Boden; gewaltiger
Dunst und Qualm entwickelt sich, in
dessen Schwaden die Verführerin fortschweben
will. Aber eben noch ergreift der Gewalttätige
sie beim Knöchel. Das umworbene Mädchen
stürzt neben der Schale betäubt zu Boden
auf das Gesicht und liegt mit hochgestellten
Schenkeln da, ohne den Feind zu sehen.

17. Mord und Entführung. Die ergriffene
Freundin wird nun von dem Geharnischten
gepackt und gewürgt; seine Blutgriffe glänzen
rot auf ihrem weißen Leib. Das Mädchen
wird von ihm aufs Pferd gehoben, nachdem
er dem Alten im Turban, von dem oben die
Rede war, den Kaufpreis gezahlt hat. Noch
immer raucht die stark dampfende Schale.

18. Durch Sümpfe. Ueber eine schmale
Landzunge, auf einem Damm ziehen die Geharnischten
mit ihrer Beute daher. Eindrucksvollste
Bergriesenlandschaft. Sturm.

19. Durch Gebirge. Der Zug geht den Berg
heran; es geht steil in die Höhe. Das Mädchen

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