http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_35_1917/0145
JOSEPH DAMBERGER
MÄDCHEN IM GRÜNEN
sehen Instituts hat ihm den ersten Unterricht gegeben
; Hasselhorst war sein Lehrer, der sichere,
präzise Zeichner, der auch den Schülern die nie
versagende Treffsicherheit des Stifts vermittelte.
Mitstrebende waren Altheim und der jung gestorbene
Kilb. Thomas Kunst konnte nicht ohne Einfluß
bleiben. Von Frankfurt kam er nach München,
in die Diez-Schule. Eine bedeutende Einwirkung
hat er hier wohl kaum erfahren; vielleicht mag
der malerisch freie Historizismus von Diez seiner
Neigung zum Pferde- und Ritterwesen stofflich entsprochen
haben. Jedenfalls zeigen die großen radierten
Blätter seiner Münchener Zeit, gegenüber
der plastischen Gestaltung der späteren Arbeiten,
einen ausgesprochenen Zug zum Malerischen.
Boehle ist später, von Frankfurt aus, wo in Pidoll
die Marees-Tradition lebendig war, nochmals nach
München zurückgekehrt, und hat durch Adolf
v. Hildebrand die lebendige Einwirkung des Ma-
rees-Kreises erfahren. Als ein Fertiger ist er nach
Frankfurt zurückgekehrt, ganz nur seiner Kunst
lebend. Er hat die Welt nie gesucht, und als sie
ihn zu suchen begann — nach dem großen Erfolg
der ersten Ausstellung seines Werkes im Städel
im Winter 1907/08, das ihm auch die materielle
Sicherung brachte —, sich mit Entschiedenheit in
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