Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 35. Band.1917
Seite: 121
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r. schramm-zittau

auffahrt zur münchner ausstellung

RUDOLF SCHRAMM-ZITTAU

Von Georg Jacob Wolf

Schramm-Zittau kommt vom Impressionismus
der neunziger Jahre her, der in seiner
Münchner Spielart das unerschöpfliche Thema:
das Tier in der Landschaft in immer neuen
Wendungen zum Ausgangspunkt berauschtester
Farbenträume machte. lieber Schramms Frühzeit
, die sich im Rahmen der Dresdener Akademie
, unter der Führung Friedrich Preller
des Jüngeren abspielte, stand der Unstern
landschaftlichen Epigonentums. Indessen war
Schramm ein helleres Los gefallen als das
sein konnte, getreulich in Prellers allzu ruhevollen
Bahnen dahinzuwandeln. Eine glückliche
Wendung, der Rat eines jungen Lehrers
der Dresdener Akademie, führte Schramm-
Zittau zu Heinrich Zügel, dessen erster Schüler
in Karlsruhe er wurde und dem er dann nach
München folgte. Die schönen Studienreviere
Zügels: das weltferne, wasserreiche und mit
farbenreichen Flimmerlüften gesegnete pfälzische
Dorf Wörth am Altrhein nächst Karlsruhe
und das Dachauer Moos mit seinem unerschöpflichen
Schatz koloristischer Motive,
wurden auch Schramms bevorzugte Studiengebiete
; er gesellte ihnen später Langenpreising
bei Erding, seit alters von Münchner Malern
(besonders von Lier und seinen Schülern)
gern aufgesucht und der verträumenden Stimmungen
wegen selbst den Dachauer Moosdörfern
vorgezogen. Aber mit den Landschaften
ließ es sich Schramm-Zittau nicht genug
sein. Er malte im Rahmen der Landschaft
Getier aller Arten. Allmählich und fast widerstrebend
entwickelte er sich dann zum „Geflügelspezialisten
", während Zügel weiterhin
seine Schafe und Ochsen malte. Es war ein
erster Versuch der Ablösung von der Gefolgschaft
des Meisters, die für die Zügel-Schule
kennzeichnend ist. Aber es war ein Versuch,
der ganz äußerlicher Natur war. Denn Schramm
bediente sich vorläufig auch weiterhin der Ausdrucksmittel
des überfarbigen Münchner Im-

Dle Kunst für Alle XXXII. 7/8. Januar 1917

121

IG


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