http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_35_1917/0264
J. WENGLEIN
OBSTGARTEN BEI PANG
Lier hatte mit der häufig dramatisch bewegten
Münchner Stimmungsmalerei von der Art
Rottmanns, Schleichs, Morgensterns und Seidels
gebrochen und eine etwas kühlere, sachlichere
Note in die Münchner Malerei gebracht und
dabei den wichtigen Anschluß an die intime
Landschaft der Barbizon-Schule gefunden. Dabei
scheint auch er nicht des Studiums der
großen holländischen Landschafter des 1 V.Jahrhunderts
entraten zu haben, nur daß seine
Kunst zum Unterschied von der seiner Vorgänger
weniger an die Art der großen, klassischen
Meister, als der der späteren Nachfolger
von der Art eines Wijnants erinnert. Weng-
lein zeigt diese Liersche Note besonders stark
in dem „Obstgarten bei Pang" (1K70) und vor
allem bei dem „Haberfeld bei Endorf" (1871).
Nach seinem Austritt aus der Lier-Schule macht
sich deutlich das Bestreben bemerkbar, die
Liersche Weichlichkeit abzustreifen und in
J. WENGLEIN
K. Neue Pinakothek, Manchen.
VIEHGRUND BEI PANG
Mit Genehmigung der Galerie Heinemann, München
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