Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 35. Band.1917
Seite: 231
(PDF, 137 MB)
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jeder Hinsicht kräftiger zu werden. Zunächst
verrät sich begreiflicherweise noch ein leises
Schwanken. Die um 1874 gemalten Bilder
wie der „Viehgrund bei Pang" gemahnen in
ihrer Tonigkeit etwas an Burnitz. Auch die
18"6 entstandene „Brücke in Westerndorf"
erinnert noch lebhaft an den mitteldeutschen
Meister. Dann aber gibt Wenglein auch diese
Art Malerei mit den zartsilbrigen, olivgrünen
Tönen auf und sucht im Aufbau wie im Kolorit
stärkere Effekte. Es sei dahingestellt, ob
der effektvollste und als Techniker vielleicht
raffinierteste Meister der Barbizon - Schule,
Rousseau, auch auf Wenglein einen gewissen
Einfluß ausgeübt hat. Die kraftvolle „Landschaft
mit Kühen" gemahnt besonders lebhaft
an die Kunst des französischen Malers. Es besteht
jedenfalls die Tatsache, daß Wenglein in
der zweiten Hälfte der siebziger Jahre eine Art
von Naturwiedergabe pflegt, die zuweilen lebhaft
an die Art eines ganz anderen deutschen
Meisters, nämlich des ganz getrennt von ihm
schaffenden, norddeutschen Kollegen Hagemeister
erinnert. Dies ist besonders stark bei

dem 1876 entstandenen „Tümpel am Waldrand
bei Pang" und dem zwei Jahre später
gemalten „Waldinneren bei Pang" zu verspüren
. Werden in der Komposition wie auch in
der stimmungsmäßigen Behandlung des Himmels
seit diesen Jahren Erinnerungen an Rottmann
sehr lebendig, wie in den 1*79 entstandenen
Entwürfen zu einem Isaibild, so ist
im einzelnen eine immer mehr steigende Vorliebe
für die Wiedergabe gewisser Sonneneffekte
zu beobachten. Es stellt sich dabei
häufig genug eine leicht theatralische Wirkung
ein, wobei jedoch zum Lobe des Künstlers
bemerkt werden muß, daß gerade bei den
Bildern, die einen von der Sonne durchleuchteten
Wald wiedergeben, nie eine übertriebene
Plastik sich einstellt, wozu die Gefahr stets
nahe genug lag. Die Reihe dieser durchsonnten
, auf ein starkes Grün, Braun und Blau
gestellten Waldbilder setzt eigentlich schon
mit der 1873 entstandenen „Waldlichtung bei
Pang" ein und erreicht in den in der ersten
Hälfte der achtziger Jahre bei Tölz entstandenen
Bildern ihren Höhepunkt.

j. WENGLEIN

STUDIE AUS REDENFELDEN
Mit Genehmigung der Galerie Heinemann, Mönchen

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