Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 35. Band.1917
Seite: 241
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hans thoma bernau im winter (radierung. 1915)

HANS THOMAS GRAPHIK

Von Dr. j. A. Beringer

Das graphische Werk von Hans Thoma
umfaßt in seinen drei großen Gruppen
der Steindrucke, der Radierungen und der
Buchgraphik bis jetzt ungefähr 1000 Nummern.
Das wäre an sich eine Ehrfurcht gebietende
Leistung eines Lebens hinsichtlich des Reichtums
an Figur und Landschaft, der Fülle von
Anordnung (Komposition) und Raumbildung,
selbst wenn man das reichlich überschrittene
Tausend der Gemälde Thomas gar nicht in
Betracht ziehen wollte. Dabei ist noch zu
berücksichtigen, daß die gesamte graphische
Leistung erst in die Zeit nach dem erreichten
£0. Lebensjahre fällt, und der Beginn der
graphischen Betätigung mit dem endlich
eingetretenen Erfolg und der in weitere Kreise
gedrungenen Anerkennung seiner Kunstweise
zusammentrifft.

Angesichts des vorliegenden graphischen
Werkes, das in einer Anzahl von Drucken zu einer

Deutschlands Grenzen vollauf ausfüllenden
Volkstümlichkeit gelangt und in einer anderen
Anzahl von Blättern zu den begehrenswertesten
Werken wählerischer Sammler geworden
ist, scheint es heute fast unnütz,
nach den Gründen zu forschen, die Thoma
veranlaßt haben, zu lithographischer Kreide, zu
Radiernadel und Zeichenfeder zu greifen. Ob
Thoma die Absicht gehabt hat, mit seiner Steindrucktechnik
eine Art Volkskunst zu schaffen,
ob er die rascher fördernden Techniken anwandte
, um seinem unerschöpflich quellenden
Strom von Figur- und Raumvorstellungen zu
genügen, oder ob es ihm vielleicht darum zu
tun war, die leicht handhablichen Unterlagen
für die auf verschiedenen Tonwerten beruhenden
Versuche für verschiedene Stimmungen
zu haben: alles das ist angesichts des Gesamtwerkes
ziemlich belanglos. Man steht mit
Staunen und Ergriffenheit vor „dieser Fülle

Die Kunst für Alle XXXII. 1-/14. April 1917

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